Symposium - Digitalisierung im Handwerk am 03.11.2015 im Berufsbildungszentrum des Handwerks in Erfurt ( Thueringen ). Foto: Michael Reichel/arifoto.de Schlagwort(e): Digitalisierung, Handwerk, lth
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Symposium Digitalisierung im Handwerk.

Symposium Digitalisierung

Symposium Digitalisierung im Handwerk am 3.11.15 im BBZ

Kompetente Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Mit dem Symposium Digitalisierung im Handwerk hat die Handwerkskammer Erfurt in ihrem Berufsbildungszentrum am 3. November ihre Digitalisierungsoffensive fortgesetzt. Viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft war vertreten: u.a. der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, dessen Staatsekretär Georg Maier, der Miterfinder des MP-3-Formats Professor Karlheinz Brandenburg und zahlreiche weitere Experten. Für die Handwerkskammer Erfurt wird das Jahr 2015 als das Jahr der Digitalisierungsoffensive in die Chroniken eingehen. Der Startschuss war die Pressefahrt im Sommer unter dem Motto „Tour de Handwerk - Handwerk ist digital“. Mit dem Zukunftsforum und dem Zukunftspreis folgten weitere Schritte. Das eigentliche Highlight war nun das Symposium Digitalisierung.
Internet der Dinge – Markt von morgen

Symposium - Digitalisierung im Handwerk am 03.11.2015 im Berufsbildungszentrum des Handwerks in Erfurt ( Thueringen ). Foto: Michael Reichel/arifoto.de Schlagwort(e): Digitalisierung, Handwerk, lth
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Symposium - Digitalisierung im Handwerk am 03.11.2015 im Berufsbildungszentrum des Handwerks in Erfurt ( Thueringen ). Foto: Michael Reichel/arifoto.de

„Wir wollen das Thüringer Handwerk fit machen für die Welt der Digitalisierung und damit für die Zukunft. Digitalisierung ist kein Zukunftsthema. Digitalisierung findet jetzt statt. Auch im Handwerk. Digitalisierung bietet das momentan größte Potenzial für mehr Wertschöpfung und Wachstum. Wer das Wissen und Können für die vierte industrielle Revolution, für das Internet der Dinge, beherrscht, der wird die Märkte von morgen erobern. Die Kammer sieht sich als Innovationstreiber, als Motor der Digitalisierung“, so der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein, in seiner Eröffnungsrede.
Am Beginn des von fast 200 Teilnehmern gut besuchten Symposiums standen Impulsvorträge namhafter Exper-ten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Der zweite Block stand im Zeichen der Bildung. Ziel war es hier, eine Bildungsstrategie zum Handwerk 4.0 zu entwickeln. Der dritte Block hatte Digitalisierungs-strategien, vor allem das flächendeckende schnelle Inter-net im Fokus.

Minister Tiefensee: Ohne Breitband keine Digitalisierung

Der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee versprach auf der Pressekonferenz den raschen Breitbandausbau vor allem in ländlichen Regionen Thüringens. Dies sei dort für Mittelstand und Handwerk eine Überlebensfrage. Ohne Breitband keine Digitalisierung. „Durch die Digitalisierung wechselt die Macht des Produzenten zur Macht des Kunden im 21. Jahrhundert“, so die Prognose des Ministers.
Hier nahm der Minister bereits auf der Pressekonferenz einer der Kernbotschaften des Symposiums vorweg. Denn Digitalisierung definiert nicht nur Prozesse, nicht nur Produkte neu, sondern auch die Art der Arbeit, den Workflow. Denn im digitalen Zeitalter reicht es längst nicht mehr, ein tolles Produkt zu liefern. Es kommt vielmehr darauf an, den Weg und die Zeit zum Kunden zu verkürzen und konsequent auf dessen Wünsche zu reagieren, ja diese vielleicht sogar vorauszusehen. Die digitale Revolution hat weitreichende Folgen für Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie löst eine grundlegende Neube-stimmung der Wirtschaft in der neuen Welt aus. Es sei an der Zeit, so der Minister, die technologische Markt-Führerschaft der USA im digitalen Bereich aus ihrem Monopol zu lösen. Cloud Computing wird der Mittelstand nur akzeptieren, wenn Daten si-cher sind. „Die Digitalisierungsoffensive des Thüringer Handwerks kommt zum richtigen Zeitpunkt. In der Wirtschaft sind Kriterien wie Qualität, Individualität und Serviceorientierung gefragter denn je. Genau das sind Markenzeichen des Handwerks, die wieder an Bedeutung gewinnen“, so Minister Tiefensee.

Daten –Rohstoff von morgen

Wirtschafts-Staatssekretär Georg Maier bezifferte den aktuellen Digitalisierungsgewinn in Deutschland auf 200 bis 400 Milliarden Euro. Es gehe bei der Digitalisierung primär um Daten. Diese seien der neue Rohstoff, das neue Öl, das neue Gold. Mit Google oder Facebook gebe es riesige Sammler, die Daten systematisch aufbereiten und damit handeln.
Für das Thüringer Wirtschaftsministerium stehen – so der Staatssekretär – gezielte Innovations- und Technologieförderung und Gründer-Förderung im Mittelpunkt. „Wir sind dabei, eine digitale Gesamtstrategie für Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln“, so Staatsekretär Maier.
Berufsbildungspolitik neu gestalten

Internet als Schlachtfeld von heute

„Das Internet ist das Schlachtfeld von heute. Das digitale Zeitalter hat erst angefangen“, eine provokative These von Professor Karlheinz Brandenburg. Doch gerade das Handwerk habe besondere Stärken, die Herausforderung der Digitalisierung zu meistern, nämlich regionale Vernetzung und Innovationsfähigkeit. Nach dem Moorschen Gesetz verdopple sich die digitale Innovation in einem permanenten Zwei-Jahresintervall. Die Digitalisierung gewinne nach dieser Prämisse auf jeden Fall. Die digitale Technik sei schneller, billiger, effektiver, aber komplexer. Computer – so Brandenburg – seien heute längst nicht mehr separate Geräte, sondern deren Technik stecke in vielen Gebrauchsgegenständen. Am Beispiel der Musikindustrie kann man nach Prof. Brandenburg lernen, welche fatalen Folgen es hat, wenn ein ganzer Industriezweig denkt, das betreffe ihn nicht. Es müsse alles daran gesetzt werden, nicht nur die Chancen der Digitalisierung zu preisen und zu nutzen, sondern auch deren Risiken, vor allem Datensicherheit, Security und Privacy in den Griff zu bekommen.

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Symposium - Digitalisierung im Handwerk am 03.11.2015 im Berufsbildungszentrum des Handwerks in Erfurt ( Thueringen ). Foto: Michael Reichel/arifoto.de

Positives Fazit

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek, konnte ein positives Fazit des Symposiums ziehen: “Das Handwerk will nicht Zuschauer, sondern Akteur der Digitalisierung sein. Die Handwerkskammer sieht sich als Innovationstreiber. Sie vernetzt Betriebe, Wissenschaft und Forschung. Wir werden unsere Bera-tungskompetenzen weiter ausbauen und den Austausch mit Experten suchen. Das Handwerk macht digitale Veränderungen sichtbar, es setzt Digitalisierung konkrete um.“