Foto: Babara Neumann
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Sommerlicher Rückenwind

Konjunkturumfrage mit positiven Ergebnissen

Die positive Entwicklung im Baugewerbe und im Bereich der Handwerke für den gewerblichen Bedarf sowie der personenbezogenen Dienstleistungen beflügelt die allgemeine Geschäftslage der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Erfurt im 2. Quartal 2013. Der Geschäftslageindex kletterte wieder auf ein hohes Niveau von 82 Punkten.

Zu diesen Ergebnissen kam die jüngste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Erfurt unter 1 000 Betrieben.

„Die Einbußen aus dem langen Winter sind mehr als aufgeholt. Fast sieben Wochen Auftragsreichweite und ein Plus von 40 Prozent bei den Auftragseingängen im Bau- und Ausbauhandwerk sind ein deutliches Zeichen für die anhaltend gute Lage. Darüber hinaus profitieren viele Betriebe vom konstant guten privaten Kon-sumklima“, erläutert Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, die aktuelle Situation, die sich aus der jüngsten Konjunkturumfrage ablesen lässt.

Auch das Kfz-Handwerk konnte laut Umfrage seinen Abwärtstrend leicht stoppen und konsolidiert sich auf einem befriedigendem Niveau. Saisonbedingt stagniert das Nahrungsmittelhandwerk leicht, bleibt jedoch in seinen Erwartungen positiv. Das Gesundheitsgewerbe kann weiterhin kaum von der positiven Konjunkturlage profitieren und schätzt die aktuelle Geschäftslage von allen Handwerksgruppen am schlechtesten ein.
Malcherek: „Jeder dritte Betrieb ist über 80 Prozent ausgelastet. Dennoch bleibt die Investitionsneigung weiterhin sehr zurückhaltend und wird das Risiko gescheut. Viele unserer Betriebe haben eine erfreuliche Stabilität erreicht. Auf diesem Niveau lässt sich aufbauen. Es ist jedoch wichtig, kontinuierlich zu investieren, um Wachstumspotenziale zu erschließen den technologischen Anschluss zu halten.“ 

Gruppen beurteilen Lage unterschiedlich
Das Bau- und Ausbaugewerbe kann im Vergleich zum Vorjahr einen preisbereinigten Anstieg der Auftragseingänge im April von 2,1 Prozent verzeichnen.
Insgesamt konnten die witterungsbedingten Produktionsausfälle aufgeholt werden, so das ein Drittel der Betriebe die momentane Geschäftslage als positiv einschätzen. Für das gesamte Jahr rechnet die deutsche Bauwirtschaft mit einer positiven Entwicklung und erwartet für 2013 weiterhin ein Umsatzplus von 2 Prozent. Diese positive Erwartung teilen auch die Mehrzahl der Betriebe im Kammerbezirk.

Die Zulieferhandwerke für den gewerblichen Bedarf halten mit guten Durchschnittswerten einen stabilen Kurs. Insgesamt beurteilen 35 Prozent der Betriebe die aktuelle Geschäftslage als positiv, lediglich 30 Prozent der Betriebe sprechen von einer schlechten Geschäftslage. Die Geschäftserwartungen für das nächste Quartal schätzen 87 Prozent der Betriebe als gut bis zufrie-denstellend ein. Somit könnte sich der positive Trend fortsetzen.

Das Kraftfahrzeuggewerbe konnte sich laut Aussage von 93 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk auf einem guten bis zufriedenstellenden Niveau konsolidieren und somit den Abwärtstrend zumindest temporär stoppen.

Experten-Prognosen für das laufende Jahr sehen indes beunruhigend aus. Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sagte für Europas Autoindustrie das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten voraus. Von dieser pessimistischen Einschätzung lassen sich die befragten Kfz-Betriebe im Kammerbezirk nicht leiten, hier rechnen 93 Prozent zumindest mit einer gleichbleibenden Geschäftslage im dritten Quartal.

Das Jahr 2013 begann im Nahrungsmittelhandwerk mit einer Reihe von Lebensmittelskandalen in der Lebensmittelindustrie. Dennoch sind über 70 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk mit der Geschäftslage zufrieden. Verbraucher suchen nach Lebensmittelskandalen beispielsweise in der Fleischindustrie anschließend häufiger das Fleischerfachgeschäft auf. Das wachsende Bewusstsein für Qualität und Lebensmittelsicherheit stärkt die Marktposition handwerklicher Produktion. Trotz steigenden Rohstoff- und Energiekosten erwarten über 80 Prozent der Betriebe zumindest eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung für das dritte Quartal.

Das Gesundheitsgewerbe ist in seiner Einschätzung der aktuellen Geschäftslage am pessimistischsten von allen Handwerksgruppen. Rund die Hälfte der befragten Betriebe im Kammerbezirk blicken auf eine schlechtere Geschäftslage im zweiten Quartal zurück.  Nur 17 Prozent verzeichnen eine gute Geschäftslage. Dennoch erwarten über 80 Prozent zumindest eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung für das dritte Quartal.

Im personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe beurteilen über 86 Prozent der Betriebe die momentane Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend. Dies entspricht auch der zukünftigen Erwartung. Damit setzt diese Gruppe den positiven Trend aus dem Vorquartal fort.