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Thüringer Allgemeine/Volkmann

250 neue Handwerksmeister - 250 mal Spitzenleistungen

Meisterfeier der Handwerkskammer Erfurt

Zur Meisterfeier der Handwerkskammer Erfurt am Samstag, 8. Februar, nahmen 250 Meister (198 Männer und 52 Frauen) aus 17 Gewerken ihre Meisterbriefe in feierlichem Rahmen entgegen.Damit haben in den letzten 24 Jahren insgesamt 10.389 Frauen und Männer vor der Handwerkskammer Erfurt ihre Meisterprüfung abgelegt.

Die Besten
Jahrgangsbeste: Andreas Linz aus Bad Langensalza (Installateur und Heizungsbauer-Handwerk und und Tatjana Warkentin aus Jena (Raumausstatter-Handwerk.
Die Besten in ihren Gewerken
Elektrotechniker: Ramon Frenzel aus Niederzimmern
Fleischer: Steffen Egenolf  aus Weißensee
Friseur: Christa Maria Wied aus Chemnitz
Installateur und Heizungsbauer: Andreas Linz aus Bad Langensalza
Kälteanlagenbauer: Oliver Humml aus Rödermark
Kraftfahrzeugtechniker: Eric Köllmer aus Wölfis
Maler und Lackierer: Christian Lauer aus Görsbach
Raumausstatter: Uwe Windolph aus Gernrode
Straßenbauer: René Leutbecher aus Westenfeld
Tischler: Dimitrov Bisser aus Erfurt
Zahntechniker: Karoline Brestrich aus Freiberg
Zimmerer: Ralf Albrecht aus Weinheim

Im Hinblick auf die olympischen Winterspiele sagte Handwerkskammerpräsident Stefan Lobenstein: „250 Goldmedaillen für das „Team Handwerk“ – schade, dass wir Handwerker in Sotschi nicht an den Start gehen.“ Vor Gästen aus Politik und Wirtschaft überreichten Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht zusammen mit Kammerpräsident Stefan Lobenstein und Hauptgeschäftsführer Thomas Malcherek die großen Schmuckurkunden an die Handwerksmeister des zurückliegenden Prüfungsjahrganges.

Als beste Jungmeister wurden Installateur- und Heizungsbauermeister Andreas Linz aus Bad Langensalza sowie Raumausstattermeisterin Tatjana Warkentin aus Jena durch den Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen mit Goldbarren ausgezeichnet. Die Goldbarren überreichte Verbandsgeschäftsführer Thomas Wagner.

Insgesamt begrüßte die Handwerkskammer Erfurt fast 900 Gäste zur Meisterfeier in der Thüringenhalle.

Qualifiziert in eine gut gehende Konjunktur

Handwerkskammer-Präsident Stefan Lobenstein hob hervor, dass die Meister ihre Meistervorbereitung in konjunkturell glänzenden Zeiten für  das Handwerk absolviert hätten. In nahezu allen Handwerksbranchen sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Vor allem die gute Stimmung auf dem Binnenmarkt und die steigende Konsum- und Investitionsbereitschaft der Bürger seien beim Handwerk angekommen und sorgten für eine hervorragende Auftragslage.
Lobenstein weiter: „Die Verunsicherung gegenüber den Finanzmarktprodukten, seit Jahren niedrige Zinsen, die steigenden Energiepreise aber auch die sinkende Arbeitslosigkeit schaffen ein positives Klima für handwerkliche Produkte und Dienstleistungen. Immer mehr Menschen wünschen sich nicht nur handwerkliche Qualität, sondern sind auch zunehmend bereit, dafür zu bezahlen. Es liegt an uns, diese Entwicklungen für uns zu nutzen – mit Qualität aus Meisterhand.“

Meisterbrief – die Lizenz, Verantwortung zu übernehmen

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Die Jungmeister rief Lobenstein auf, Entwicklungen und Trends für sich zu nutzen, die Veränderungen als Chance zu begreifen und sich entsprechend aufzustellen. Es sei die Aufgabe als Handwerker, beispielsweise die Energiewende in die Häuser zu tragen und dort technisch umzusetzen. Handwerker seien es auch, die Häuser  und Wohnungen alternsgerecht bauten und sanierten. „Und unsere Betriebe sind doch diejenigen, die noch nah am Kunden sind, wo die Wege kurz sind, die Produktion hier stattfindet. Langlebigkeit, Werthaltigkeit, Beständigkeit und Individualität sowie hohe Qualität zählen zum Selbstverständnis eines Handwerksmeistern.“

Gleichzeitig richtete Lobensteins einen Appell an den Meisternachwuchs. Seit Generationen werde das Bild des Handwerks von Handwerkern geprägt, die dieses Selbstverständnis leben. „Ohne diesen Einsatz, der die Verantwortung und die Leidenschaft der Handwerker für ihren Berufszweig zeigt, wäre die Ausbildungsleistung im Handwerk nicht möglich, und ohne die vielen ehrenamtlich tätigen Handwerker in ihren Dörfern und Vereinen wäre unsere bürgerliche Gesellschaft um vieles ärmer.

All diese Handwerker verkörpern eines: Die „Handwerkerehre“, die mehr als die reine Qualität der eigenen Arbeit umfasst. Sie spiegelt die zentralen Gedanken unserer sozialen Marktwirtschaft wider: Freiheit, Eigeninitiative und Leistung einerseits, aber eben auch gesellschaftliche Verantwortung und Solidarität andererseits. In keinem anderen Wirtschaftszweig wird das ehrenamtliche Engagement so hoch gehalten wie bei uns Handwerkern.“

An die Thüringer Landesregierung appellierte der Kammerpräsident, die im Freistaat sehr erfolgreich praktizierte Berufsorientierung auch im neuen Schulgesetz ohne Abstriche fortzusetzen und weiterhin finanziell ausreichend auszustatten.  

Hoffnungsträger des Handwerks

„Das Handwerk ist ein wesentlicher Garant für Beschäftigung und Ausbildung in Thüringen. Mit dem Meisterbrief erhalten die Absolventen ein hervorragendes Qualitätssiegel. Es ist der Beweis von Wissen und Können und damit das sicherste Wertpapier für die Zukunft“, sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht als Festrednerin der Meisterfeier.

Als „die Zukunft und die Hoffnungsträger des Handwerks" bezeichnete siedie 250 jungen Frauen und Männer, die ihre Meisterbriefe erhielten. „Thüringen ist das Land des Mittelstandes, und das Handwerk ist das Herzstück des Mittelstandes. Ihre Entscheidung für den Meisterbrief ist ein Bekenntnis zu Verantwortung und Selbständigkeit. Ihr Mut macht unserem Land Mut“, so die Regierungschefin.

Ohne Prüfer keine Prüfung

959 Prüfungen haben die 250 Meister im Laufe des gesamten Prüfungsdurchlaufs absolviert. Jede dieser Prüfungen muss bewertet und letztlich benotet werden. Dafür braucht es Prüfer. Im Handwerk arbeiten die Mitglieder der Prüfungsausschüsse stets ehrenamtlich. Neben selbständigen und angestellten Meistern gehören auch erfahrene Berufspädagogen sowie weitere Experten aus den Bereichen Recht und Betriebswirtschaft dazu.

Meister prüfen also angehende Meister und Unternehmer ihre künftigen Wettbewerber. Im Handwerk hat dies Tradition und sorgt dafür, dass eine hohe Qualität der Maßstab jeder Meisterprüfung bleibt.