Meisterfeier der Handwerkskammer Erfurt am 23.02.2019 auf der Messe Erfurt (Thüringen). Foto: HWK/Michael Reichel Schlagwort(e): lth, Handwerk, HWK
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Meisterfeier 2019

Meisterfeier 2019

Handwerkskammer Erfurt zeichnet 226 Jungmeisterinnen und Jungmeister aus

Sie gehören nun zur Elite des Handwerks: 226 Meisterinnen und Meister aus 17 Handwerksberufen, darunter 35 Frauen und 191 Männer, haben am 23. Februar in der Messe Erfurt ihre Meisterbriefe erhalten und dies in gebührender Weise gefeiert. Damit haben seit 1990 insgesamt 11.528 Handwerker ihre Meisterausbildung im Kammerbezirk Erfurt absolviert.

„Sie haben mit Ihrem Meisterbrief die Krönung Ihrer Handwerker-Karriere erreicht. Sie haben damit so etwas wie den Doktortitel des Handwerks erworben“, sagte Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt. In seiner Rede betonte er die Bedeutung des Handwerks. „Bei aller Digitalisierung und Automatisierung: der moderne Alltag ist und bleibt auch in Zukunft ohne das Handwerk undenkbar. Es ist unsere beste Lebensversicherung“, sagte er. Gleichzeitig animierte er die Jungmeister zur permanenten Fort- und Weiterbildung. „Nicht nur Computer brauchen Updates. Seien Sie als Handwerker selbst Bestandteil und Motor der rasanten technologischen Entwicklung“, so Stefan Lobenstein. Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, stellte in diesem Zusammenhang die Arbeit mit einer Drohne vor, mit der beispielsweise Dachschäden analysiert werden können. „Immer mehr Gewerke nutzen Drohnen in ihrer täglichen Arbeit“, sagte er.

Festredner der Veranstaltung war Thüringens Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee. Im Namen der Landesregierung gratulierte er den Jungmeisterinnen und Jungmeistern zum Erhalt des Meisterbriefs, den er als wichtiges Wertpapier bezeichnete. Tiefensee bekräftigte seine Forderung, dass die Bildung vom Kindergarten bis zur Meister oder Master so weit wie möglich kostenfrei sein sollte. Seine Teilnahme und die Anwesenheit weiterer Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterstrich die öffentliche Wertschätzung der Absolventen.

17 Handwerksberufe vertreten

Die neuen Meisterinnen und Meister repräsentieren 17 Handwerksberufe. Die meisten Absolventen verzeichneten die Kraftfahrzeugtechniker (47), Elektrotechniker (30), Kälteanlagenbauer (27) und Friseure (26). Weniger stark vertreten waren die Bäcker (3), Informationstechniker (2), Konditoren (2), Fleischer (1) und Tischler (1).  Erstmalig wurden im Rahmen des Festakts sechs Schornsteinfeger-Meister freigesprochen. Dass der Meisterbrief an keine Altersgrenze gebunden ist, bewiesen Leon Schumacher (20 Jahre) und Ronald Kolbe (52 Jahre).

Als beste Meisterin schloss Jennifer Dix (25) ihre Prüfung im Friseur-Handwerk ab. Sie hat die Meisterausbildung in Vollzeit in Erfurt absolviert. „Es waren die schönsten Wochen, die ich bisher hatte“, sagte die Meiningerin, die sich vor drei Monaten mit ihrem eigenen Salon „Haarwerkstatt“ selbstständig gemacht hat. Bester Meister des Jahrgangs wurde Kraftfahrzeugtechniker Holger Schulze (33) aus Greußen, der nach seinem Meister als Vulkaniseur bereits seinen zweiten Meistertitel entgegen nehmen konnte. „Jetzt ist aber Schluss“, sagte er freudestrahlend.

Beide erhielten ihre Meisterbriefe aus den Händen von Kammerpräsident Stefan Lobenstein und Hautgeschäftsführer Thomas Malcherek. Als Anerkennung für ihre hervorragenden Leistungen überreichte ihnen Thomas Wagner vom Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen einen Goldbarren. Daneben wurden die Besten der Gewerke und mit Rick Warzel (29) aus Wernburg der beste Betriebswirt ausgezeichnet.

Moderator Jan Kunath führte durch die Veranstaltung. Der Erfurter Männerchor 1890 e.V. und „Anred Trio“ zeigten sich für die musikalische Umrahmung verantwortlich.

Die Besten ihres Gewerks

Elektrotechniker: Mike Heitmann, Ohrdruf

Friseure: Jennifer Dix, Meiningen (Beste Meistern gesamt)

Installateur und Heizungsbauer: Michael Bänsch, Erfurt

Kälteanlagenbauer: Roy Rust, Haslach

Kraftfahrzeugtechniker: Holger Schulze, Greußen (Bester Meister gesamt)

Maler und Lackierer: Frank Wiegand, Mönchenholzhausen

Maurer und Betonbauer: Dennis Hohlstein, Gangloffsömmern

Metallbauer: Tino Schröter, Thürungen

Schornsteinfeger: Martin Wilden, Mechernich

Straßenbauer: André Kuczera, Kaltenwestheim

Zahntechniker: Katrin Engelkes, Vechelde

Zimmerer: Maximilian Gillert, Berg

Betriebswirt nach der Handwerksordnung: Rick Warzel, Wernburg