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Mit der Besiegelung der Chinesisch-Deutschen Allianz für Berufsbildungszusammenarbeit setzen Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt (l.), Xu Kiongwei, Director Shanghai Center for Private School Teacher Professional Development und Xu Yue, Vice President Shanghai Normal University Tianhua College (r.) ein starkes Zeichen für die internationale Berufsbildung.

Chinesisch‑Deutsche Allianz für Berufsbildung besiegelt und langjährigen Austausch auf eine dauerhafte Grundlage gestellt

17. Juli 2026

Handwerkskammer Erfurt und chinesische Partner stellen langjährigen Austausch auf eine dauerhafte Grundlage

Bildung haben die Handwerkskammer Erfurt und ihre chinesischen Partner am 15. Juli 2026 im Barockschlösschen der HWK Erfurt eine Chinesisch-Deutsche Allianz für Berufsbildungszusammenarbeit gegründet.

Unter Gastgeber Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, stand die Bildungskonferenz unter dem Titel „Berufliche Bildung im Wandel: Deutsch-Chinesischer Dialog zur Innovation von Ausbildungsmodellen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz“. Die Allianz soll künftige Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Berufsschulen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsvertretern beider Länder in einen formalen Rahmen bringen. „Bildung ist keine Einbahnstraße. Das haben wir in fast zwanzig Jahren Zusammenarbeit gelernt. Mit der Allianz formalisieren wir jetzt, was längst gelebte Praxis ist – und stellen es auf eine Grundlage, die auch dem Zeitalter der Künstlichen Intelligenz standhält", so Thomas Malcherek.

Die Partnerschaft zwischen der Handwerkskammer Erfurt und China reicht bis 2007 zurück. Im Rahmen eines von BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) geförderten Qualifizierungsprojekts entstanden Ausbildungsangebote in Kraftfahrzeugtechnik, Metalltechnik, CNC-Technik und Mechatronik sowie ein Kraftfahrzeug-Ausbildungszentrum in China. Chinesische Studierende wurden zeitweise in Deutschland nach entsprechendem Standard ausgebildet und schlossen ihre Ausbildung mit dem Gesellenbrief ab. Ergänzend etablierten sich in China Inlandsklassen mit Gesellenprüfung im Bereich Mechatronik. Das Modell wurde später auf Pakistan, Myanmar, Vietnam, Botswana und Südafrika ausgeweitet.

KI als Taktgeber: Was Ausbildung heute leisten muss

Inhaltlich ging es bei der Bildungskonferenz um die Frage, wie Künstliche Intelligenz Arbeitsprofile, Ausbildungsinhalte und Lernformen bereits heute verändert. Dr. Christian Welzbacher, Leiter des Heinz-Piest-Instituts für Handwerkstechnik der Leibniz-Universität Hannover, stellte das duale Ausbildungssystem in Deutschland vor. Prof. Dr. Weiping Shi von der East China Normal University sprach zu Herausforderungen der Ausbildungsentwicklung in China, Prof. Dr. Xiao Liu von der Zhejiang University of Technology zum Wandel der Berufsbildung im digitalen Zeitalter. Dr. Volker Born, Abteilungsleiter Berufliche Bildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, ordnete Digitalisierung und KI in der Handwerksausbildung ein.

Als weiterer Teil des Programms besuchten die Teilnehmer auch das Berufsbildungszentrum der Kammer, wo Frank Oelze, Leiter des BBZ, Ausbildungsstätten von der Werkbank bis zum Kompetenzzentrum Robotik vorstellte. Zum Abschluss trafen sich die Delegationen an der Universität Erfurt. Hier gab Prof. Dr. Matthias Vonken Einblicke in den Masterstudiengang „Berufsschullehramt“.

Mit der Gründung der Chinesisch-Deutschen Allianz für Berufsbildungszusammenarbeit soll der Austausch nun auf eine dauerhafte, strukturierte Grundlage gestellt werden. Gemeinsam wollen die Partner Ausbildungsmodelle weiterentwickeln, die den Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt gerecht werden.

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Beim Besuch im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Erfurt tauschen sich deutsche und chinesische Fachleute über moderne Berufsausbildung aus.