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Thomas Liebram, seine Frau Andrea und Sohn Alexander (von links) führen den Elektro-Betrieb, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiern konnte.

100 Jahre unter Strom

26. Juni 2026

Handwerksbetrieb aus Nohra feiert ein besonderes Firmenjubiläum

Hundert Jahre Unternehmensgeschichte lassen sich nicht allein in Zahlen erzählen. Sie stecken in unzähligen Fotos und historischen Werkzeugen, vor allem aber in den Menschen, die einen Betrieb über Generationen hinweg prägen. Die Liebram Elektrotechnologien GmbH in Nohra (Landkreis Nordhausen) hat zu Monatsbeginn ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert – und dabei deutlich gemacht, wie mittelständisches Handwerk den Wandel bewältigen kann.

Gegründet wurde das Unternehmen 1926 von Fritz Hilpert – in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. „Dazu gehörte immer auch eine Portion Wagemut“, sagt Geschäftsführer Thomas Liebram. Mit seinem Vater Heinz und seiner Frau Andrea führt er den Familienbetrieb seit den 1990er-Jahren weiter. Sohn Alexander ist bereits die vierte Generation im Unternehmen – ein Zeichen für die langfristige Perspektive des Betriebs.

Spezielle Nischen, regionale Wurzeln

Dass ein Handwerksbetrieb über ein Jahrhundert bestehen kann, liegt aus Sicht der Familie vor allem an der Bereitschaft, sich immer wieder neu aufzustellen und Nischen zu erschließen. Die Liebram Elektrotechnologien GmbH hat sich früh spezialisiert und setzt heute verstärkt auf sicherheitstechnische Lösungen, maßgeschneiderte Gebäudetechnik und komplexe Planungsleistungen. „Als mittelständisches Unternehmen müssen wir flexibel bleiben und unser Angebot immer wieder anpassen“, betont Liebram.

Auch der Fachkräftemangel verändert den Arbeitsalltag spürbar. Das Unternehmen hat mit einer stärkeren regionalen Ausrichtung reagiert: Statt langer Montageeinsätze sind die Mitarbeitenden überwiegend in Tageseinsätzen in der Region unterwegs. Das schafft effizientere Abläufe und verbessert zugleich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – ein Faktor, der bei der Mitarbeiterbindung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Durch den regelmäßigen Austausch mit örtlichen Schulen und der Hochschule Nordhausen sowie der Teilnahme am „Tag in der Praxis“ und an der Thüringer Jugend-Unternehmenswerkstatt betreibt die Firma zudem eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit und sichert sich so gute Chancen bei der Fachkräftegewinnung.

Herausforderungen im Alltag

Andrea Liebram verweist zugleich auf die Rahmenbedingungen, die viele Handwerksbetriebe derzeit beschäftigen. „Bei aller Freude über das Erreichte sehen wir aktuell Überregulation und bürokratische Hemmnisse, vor allen Dingen aber eine immer noch schleppende Internetanbindung, die unser tägliches Wirtschaften im Handwerk zum zeitaufwändigen Hürdenlauf werden lassen.“

Trotz aller Herausforderungen prägt der Zusammenhalt den Betrieb. „Was unsere Arbeit besonders macht, ist das Miteinander. Wir arbeiten an abwechslungsreichen Projekten, können uns aufeinander verlassen und merken, dass Erfahrung und neue Ideen wertgeschätzt werden“, sagt der langjährige Geselle Karsten Riesner.

Nächste Generation steht bereit

Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht Alexander Liebram große Veränderungen auf die Branche zukommen. „Digitalisierung, Energieeffizienz und neue Sicherheitsanforderungen verändern unseren Alltag. Unser Ziel ist es, diese Entwicklungen aktiv mitzugestalten und als Chance zu verstehen. Wir sind überzeugt, auch künftig mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten“, sagt der 39-Jährige, der die Verantwortung des Betriebs in einigen Jahren übernehmen will.