HWK EF / Susann Eberlein
Bei der gemeinsamen Gesellenfreisprechung der Tischlerinnungen Erfurt und Ilm-Kreis im Kontor Erfurt haben die jungen Handwerkerinnen und Handwerker ihren Gesellenbrief erhalten.

Viele Stunden Arbeit – und ein Gesellenbrief in der Hand

07. August 2026

Drei Jahre lang wurde gelernt, geschwitzt, ausprobiert, verworfen und manchmal sicher auch gehadert. Nun hat sich die Mühe gelohnt: Bei der gemeinsamen Gesellenfreisprechung der Tischlerinnungen Erfurt und Ilm-Kreis im Kontor Erfurt haben die jungen Handwerkerinnen und Handwerker Ende Juli ihren Gesellenbrief erhalten. Ein besonderer Moment – für die frischgebackenen Gesellen ebenso wie für Eltern, Großeltern, Ausbilder und alle, die sie auf ihrem Weg begleitet haben.

Was die angehenden Tischler in den vergangenen drei Jahren gelernt hatten, wurde in ihren Gesellenstücken sichtbar: von verzierten Türen über Möbelstücke bis hin zu individuellen, modernen Arbeiten. Insgesamt 17 Gesellenstücke zeigten eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Präzision und handwerkliches Können in der Ausbildung steckt. Allein für die Anfertigung waren 100 Arbeitsstunden vorgesehen – 20 Stunden für die Fertigungszeichnung und 80 Stunden für die Fertigung.

Mit der Freisprechung sind die jungen Tischlerinnen und Tischler von den Pflichten ihrer Lehrlingszeit freigesprochen und gehören nun als Gesellen zur großen Handwerkerfamilie. Patrick Taubald, Obermeister der Tischlerinnung Erfurt, und Tony Buchberger, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses des Ilm-Kreises, würdigten die Leistungen des Jahrgangs: „Die Lehrzeit ist vorbei. Mit dem Gesellenbrief in der Hand könnt ihr euer Handwerk mit eigenen Ideen weitergestalten.“

Aufbruch und Abschied

Gastredner Marco Enke von der IKK classic brachte es treffend auf den Punkt: „Ausbildung ist das Fundament. Heute beginnt der Ausbau.“ Harald Tischer von Signal Iduna hatte keine klassischen Tipps parat, sondern gute Wünsche: Die jungen Gesellen sollten untereinander vernetzt bleiben, gute Ideen austauschen und vor allem neugierig bleiben.

Besonders ausgezeichnet wurden die besten Leistungen des Jahrgangs: Die höchste Punktzahl der Gesellenprüfung erreichte William Kruse von der BINZ Ambulance- und Umwelttechnik GmbH in Ilmenau. Als bester Lehrling im Ilm-Kreis wurde Etienne Rosenthal geehrt, bester Lehrling der Innung Erfurt wurde Justin Reinsch. Die besten Gesellinnen und Gesellen erhalten die Möglichkeit, sich und ihre Gesellenstücke im Rahmen des Landeswettbewerbs „Designpreis des Thüringer Tischlerhandwerks“ auf der Thüringen Ausstellung 2027 in Erfurt zu präsentieren.

Ein weiterer besonderer Moment gehörte Berufsschullehrer Jan Philipp: Er wurde im Rahmen der Gesellenfreisprechung in den Ruhestand verabschiedet – standesgemäß sogar mit einem traditionellen Schlag.