Der neue Vorstand der Handwerkskammer Erfurt. Von links: Stefan Lobenstein, Holger Prüfer, Dorit Geyer, Marcus Büchner, Sybille Böhm, Guido Schmelzer, Ulf Blumschein, Torsten Juch, Sebastian Schilling mit Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt.
Präsident und Vorstand neu gewählt. Konditormeister Stefan Lobenstein im Amt bestätigt.
28. September 2026
Am 25. September 2026 kam die neue Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung der 73. Vollversammlung standen die Wahl des Präsidenten, der Vizepräsidenten, des Vorstandes und der Ausschüsse. An der Spitze der Handwerksorganisation wird erneut Stefan Lobenstein das ehrenamtliche Gremium für weitere fünf Jahre vertreten. In geheimer Abstimmung votierte die Mehrheit der anwesenden Wahlberechtigten für ihn. Lobenstein hat das Präsidentenamt seit 2011 inne.
Vier Schwerpunkte für die neue Legislaturperiode
In seiner Ansprache dankte Stefan Lobenstein der Vollversammlung für das entgegengebrachte Vertrauen und betonte, dass eine Wiederwahl für ihn vor allem ein Auftrag sei: Bewährtes zu sichern, aus Erfahrungen zu lernen und neue Antworten auf die Herausforderungen des Handwerks zu geben. Für die Legislaturperiode 2026 bis 2031 benannte er vier Schwerpunkte:
- Sichtbarkeit und Abrufbarkeit der Leistungen: Die Handwerkskammer Erfurt bündelt ein umfassendes Serviceangebot für Betriebe, etwa die Existenzgründungs- und Nachfolgeberatung. Dieses soll künftig noch zielgerichteter und nachfrageorientierter ausgerichtet werden.
- Vorbild- und Vorreiterrolle bei Technologien und künstlicher Intelligenz: Die Handwerkskammer Erfurt unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe bei der Digitalisierung und Innovation, etwa durch ihr Kompetenzzentrum für Robotik und Sensorik. Diese Rolle soll durch praxisnahe Erprobung und Weitergabe von Erfahrungen entsprechend der neuesten technologischen Entwicklungen kontinuierlich ausgebaut werden.
- Erlebbarkeit des Handwerks und der Handwerksorganisation: Mit Berufsorientierung, Praxistagen, Werkstattangeboten und Begegnungen in Betrieben macht die Handwerkskammer die Vielfalt des Handwerks bereits heute konkret erlebbar. Diese Präsenz in der Gesellschaft und in den Regionen soll weiter gestärkt werden, damit vor allem junge Menschen moderne Technologien, sinnstiftende Tätigkeiten und echte Entwicklungschancen kennenlernen.
- Demografischen Wandel aktiv gestalten – durch Bildung: In ihrem Berufsbildungszentrum als zentralem Bildungs- und Entwicklungsort sowie mit ihren vielfältigen weiteren Bildungs- und Beratungsangeboten begleitet die Handwerkskammer Erfurt zukünftige Fachkräfte entlang der gesamten Bildungskette – von Berufsorientierung und überbetrieblicher Lehrlingsunterweisung über Ausbildung und Weiterbildung bis zur Meisterqualifikation. Künftig sollen moderne, digitale und hybride Lernangebote, technologische Qualifizierung und die nachhaltige Integration internationaler Fachkräfte noch stärker dazu beitragen, den demografischen Wandel zu bewältigen.
Die Handwerkskammer Erfurt will diese Schwerpunkte als verlässlicher Partner der Handwerksbetriebe weiter umsetzen. Dabei geht es darum, den konkreten Nutzen ihrer bestehenden Angebote zu erhöhen, die Betriebe in ihrer Zukunftsfähigkeit zu stärken und das Handwerk in den Regionen sichtbar und erlebbar zu machen.
„Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Handwerkskammer Erfurt verlässlich bleibt, ohne stehen zu bleiben; klar in ihren Positionen, ohne den Dialog zu verlieren; und nah an den Betrieben, ohne den Blick für die gesellschaftliche Verantwortung des Handwerks zu verlieren. Gerade in einem sich stark verändernden Umfeld mit großen Herausforderungen muss sie ein vertrauensvoller Partner für die Handwerksbetriebe sein. Als Vertreter und Sprachrohr des Handwerks muss sie als starke und relevante Stimme im politischen und gesellschaftlichen Diskurs wahrgenommen werden. Zugleich soll sie Treiberin und Motor für die Integration moderner Technologien und Verfahren – insbesondere von Robotik und künstlicher Intelligenz – in die Handwerksbetriebe bleiben.“ Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt
Stefan Lobenstein zeigte sich zuversichtlich, die anstehenden Aufgaben gemeinsam mit den neu gewählten Vizepräsidenten, Vorstandsmitgliedern und Ausschüssen anzugehen. Das Ehrenamt sei der Kern der handwerklichen Selbstverwaltung. Es gelte daher, die Verantwortungskultur zu stärken und zugleich neue Menschen für die Mitarbeit in den Gremien zu gewinnen. Als institutionell verankerte und legitimierte Handwerksorganisation steht die Handwerkskammer dabei in einer langen Tradition der handwerklichen Selbstverwaltung. Diese historische Verantwortung gilt es, mit Blick auf die Zukunft weiterzuführen und zeitgemäß auszugestalten.