43 Schüler der Walter-Gropius-Schule Erfurt sind die ersten Absolventen des Handwerkergymnasiums. Sie wurden vom Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek (1. Reihe links) und vom Präsidenten der Handwerkskammer Er-furt, Stefan Lobenstein (1. Reihe rechts) sowie von Schulleiter Dr. Bernd Finke (1. Reihe, 2. von rechts)und dem Leiter des Staatlichen Schulamts Mittelthüringen, Ralph Lei-pold (2. Reihe, rechts) verabschiedet.
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43 Schüler der Walter-Gropius-Schule Erfurt sind die ersten Absolventen des Handwerkergymnasiums. Sie wurden vom Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek (1. Reihe links) und vom Präsidenten der Handwerkskammer Er-furt, Stefan Lobenstein (1. Reihe rechts) sowie von Schulleiter Dr. Bernd Finke (1. Reihe, 2. von rechts)und dem Leiter des Staatlichen Schulamts Mittelthüringen, Ralph Lei-pold (2. Reihe, rechts) verabschiedet.

Pilotklassen des Handwerkergymnasiums wurden verabschiedet

Modellprojekt startete 2016 an der Walter-Gropius-Schule Erfurt

Die Pilotklassen des Handwerkergymnasiums sind verabschiedet worden. Im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Erfurt erhielten sie am heutigen Montag (24. Juni) ihre Zertifikate, die ihnen die Teilnahme an den Schulungen zu Teil III und Teil IV der Meisterprüfung bescheinigen. Am kommenden Samstag werden den insgesamt 43 Schülerinnen und Schülern aus dem Raum Gotha, Erfurt und Weimar ihre Abiturzeugnisse überreicht.

 Sie sind die ersten Absolventen des Handwerkergymnasiums an der Walter-Gropius-Schule Erfurt. In drei Jahren am beruflichen Gymnasium haben sie sich in die Fachrichtungen Bautechnik, Gestaltungstechnik oder Metalltechnik eingewählt und zwei Praktika in Handwerksbetrieben absolviert. Darüber hinaus haben sie –zusätzlich zu den regulären Lerninhalten des Abiturs – über 250 Stunden Betriebswirtschafslehre und mehr als 110 Stunden Pädagogik abgeleistet, also zwei wichtige Module der Meisterausbildung. Diese enge Verzahnung der Theorie und Praxis des Handwerks bringt ihnen im Berufsleben wesentliche Vorteile. „Die Startposition in das berufliche Leben ist dank des Handwerkergymnasiums ideal. Die Schüler können zügig ins Handwerk ein- und aufsteigen, ohne die Option auf ein Studium zu verlieren“, betonte Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt.

 Sollten sich die Schüler nach dem Abschluss beispielsweise für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, kann die Lehrzeit verkürzt werden. Sollten sie sich später für einen Meistertitel interessieren, um einen eigenen Betrieb zu gründen oder einen bestehenden zu übernehmen, können sie sich auf die fachspezifischen Kurse konzentrieren. Das führt nicht nur zu einer Zeitersparnis von mindestens einem halben Jahr, sondern spart ihnen auch gut 2500 Euro.

 Das Modellprojekt wurde von der Handwerkskammer Erfurt und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ins Leben gerufen. 2016 ist es in Kooperation mit der Walter-Gropius-Schule Erfurt, 2017 in Zusammenarbeit mit der Andreas-Gordon-Schule Erfurt gestartet. Sie sind die ersten staatlichen Schulen in ganz Deutschland, die das Projekt umgesetzt haben – und damit Vorreiter in Sachen Berufsorientierung. „Die Schüler erhalten eine realistische Vorstellung verschiedener Handwerksberufe. Damit setzen sie sich schon früh mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander“, sagte der Kammerpräsident.

 Mit dem Handwerkergymnasium reagiert die Handwerkskammer Erfurt auf den Mangel an Fachkräften, der im Handwerk deutlich zu spüren ist. „Es wird immer schwieriger, junge Menschen für eine Karriere im Handwerk zu begeistern und zu gewinnen. Das liegt nicht nur am demographischen Wandel, sondern auch am Akademisierungstrend. Dabei brauchen wir mehr Meister statt Master“, betonte Stefan Lobenstein.

 Nach drei Jahren und der Verabschiedung der ersten Pilotklassen wird das Handwerkergymnasium kann ein erstes positives Resümee gezogen werden. Zudem wird das Modellprojekt zum Exportschlager. Im Schuljahr 2017/18 hat es die Handwerkskammer Cottbus an einigen Oberstufenzentren eingeführt. Dort trägt es den Namen „Berufliches Gymnasium plus Handwerk“. Schon in naher Zukunft könnte es auch in anderen Regionen des Freistaats und Nachbarbundesländern realisiert werden.

v.l.n.r. Anna Eigner, Maja Sophie Schmidt und Vivian Lischtschuk halten Ihre Bescheinigungen, die ihnen die Teilnahme an den Schulungen zu Teil III und Teil IV der Meisterprüfung bestätigen in die Luft.
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v.l.n.r. Anna Eigner, Maja Sophie Schmidt und Vivian Lischtschuk halten Ihre Bescheinigungen, die ihnen die Teilnahme an den Schulungen zu Teil III und Teil IV der Meisterprüfung bestätigen in die Luft.