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Es braucht eine auskömmliche Förderung der ÜLU und moderne, gut ausgestattete Bildungsstätten, um den aktuellen positiven Trend bei den neuen Ausbildungsverhältnissen im Handwerk zu halten.

Handwerkskammer Erfurt fordert eine verlässliche Finanzierung der ÜLU und Investitionen in moderne Bildungsstätten

03. September 2026

Streichungen bei Bundesmitteln gefährden berufliche Bildung im Nord- und Mittelthüringer Handwerk

Die Handwerkskammer Erfurt warnt vor den in der Kabinettsvorlage zum Bundeshaushalt 2027 vorgesehenen Kürzungen bei der Förderung der beruflichen Bildung im Handwerk. Nach Berechnungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) reichen die Mittel insbesondere für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) und die Modernisierung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) nicht aus, um bestehende Defizite zu beheben.

Vor diesem Hintergrund fordert die Handwerkskammer Erfurt, den Haushaltsansatz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) für die ÜLU 2027 mindestens auf dem vom Bundestag für 2026 festgelegten Niveau von 90 Millionen Euro zu halten. Zudem sind im BMWi-Haushalt mindestens wieder 55 Millionen Euro für die Förderung und Modernisierung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) vorzusehen und diese Mittel bis 2030 schrittweise auf 70 Millionen Euro anzuheben. Für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) werden bis 2030 120 Millionen Euro benötigt, um die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten ebenfalls verlässlich zu fördern und die berufliche Bildung im Handwerk nachhaltig zu stärken.

„Die berufliche Bildung im Handwerk steht angesichts technologischer Umbrüche und wachsender sicherheitspolitischer Anforderungen vor enormen Aufgaben. Kürzungen würden genau in dem Moment ansetzen, in dem mehr junge Menschen eine handwerkliche Ausbildung beginnen und Betriebe in Ausbildung und moderne Lernorte investieren. Eine verlässliche, auskömmliche Finanzierung ist unerlässlich, damit das Handwerk seinen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Stabilität unseres Wirtschaftsstandorts leisten kann“, sagt Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt.

Damit der aktuelle positive Trend bei neuen Ausbildungsverhältnissen anhält, braucht das Handwerk beides: eine auskömmliche Förderung der ÜLU und moderne, gut ausgestattete Bildungsstätten. Betriebe müssen bei den ÜLU-Kosten verlässlich unterstützt werden. Bund und Länder können Unternehmen jeweils bis zu einem Drittel entlasten, der Bundesanteil liegt mit rund 23 Prozent jedoch deutlich unter der angestrebten Marke von 33 Prozent.

Zwar wurden die ÜLU-Bundeszuschüsse für 2026 auf 90 Millionen Euro angehoben, in der Kabinettsvorlage zum Bundeshaushalt 2027 sind im BMWi jedoch nur knapp 80 Millionen Euro vorgesehen. Für die Förderung und Modernisierung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) sind im BMWi-Haushalt jedoch lediglich 47,8 Millionen Euro eingeplant; der Ansatz im BMFSFJ bleibt bei 97 Millionen Euro. Nach Einschätzung des ZDH und der Handwerkskammer Erfurt reicht dies nicht aus, um den Investitions- und Modernisierungsstau in den Bildungsstätten aufzulösen.