Eine Auswahl der Kandidaten, die sich für den Zukunftspreis 2017 beworben haben, stellen wir hier vor.Zukunftspreis 2017 - Die Kandidaten

Zum dritten Mal vergibt die Handwerkskammer Erfurt den Zukunftspreis im Rahmen des Zukunftsforums am 21. August 2017. Hinter der Preisvergabe steht die Idee, vorbildliche Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen und besonders nachhaltige wirtschaftliche Erfolge oder besonderes Engagement bei der Qualifizierung von Mitarbeitern zu honorieren.

Den "Zukunftspreis 2017" gibt es deshalb in den drei Kategorien Innovation, Nachhaltigkeit und Fachkräfte. Die drei Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.



Lorenz Dental Erfurt GmbH & Co. KG, Erfurt

Daniel Delling, geboren in Zwickau, absolvierte ab 1991 eine Lehre als Zahntechniker. Ausbildungsbetrieb war die zwei Jahre zuvor von Johannes Lorenz gegründete Firma. Eben jener Lorenz, der seither seine „Lorenz Dental“-Unternehmensgruppe aufbaute, die in 25 Städten bundesweit mit 450 Beschäftigten aktiv ist. Daran war nicht zu denken, als Azubi Daniel seinen ersten Tag hatte. Doch schon zum Lehrabschluss und dem Angebot zur Übernahme sei ihm klar geworden: „Hier bietet sich mir eine große Perspektive.“ 

Die 1990er-Jahre waren „die goldenen Zeiten der Zahntechnik“, wie auch er heute rückblickend sagt. Die Branche boomte. Die Firmen hatten volle Bücher, verdienten viel Geld. „Aber während andere Inhaber das in Häuser und Autos steckten, investierte Johannes Lorenz in sein Unternehmen und in die Qualifizierung seiner Leute, modernisierte, erweiterte, kaufte zu.“ Lorenz habe dabei immer großes Interesse an jungen Leuten gezeigt, sie gefördert, aber auch gefordert. Das imponierte Delling: „Da fand ich mich wieder.“ 

Nach seiner Junggesellenzeit bekam er zunächst Verantwortung für eine Abteilung, dann für ein ganzes Team. Delling wollte selbstständig agieren, hatte eigene Ideen. Nun hatte sich aber in Zwickau eine junge Truppe gefunden, war alles besetzt. Doch in jener Zeit wuchs auch die Zahl der Standorte. So verschlug es Delling nach Jena. „Das war Liebe auf den ersten Blick – Thüringen gefiel mir sofort!“ Er baute in kurzer Zeit den Kundenstamm aus. Das sorgte für weitere Aufmerksamkeit. Und so kam, was kommen musste: Ende 2010 bot ihm Lorenz an, den neuen Standort in Erfurt zu übernehmen. Der Seniorchef machte es dringend: „Ich brauche bis morgen eine Entscheidung...“ Delling fiel das aus familiären Gründen nicht ganz leicht. Dennoch siedelte die junge Familie nach Erfurt über. Anfang 2011 begann der frisch gebackene Geschäftsführer in der Riethstraße 1a. 

Die Lorenz-Gruppe ist nun in 25 deutschen Städten zu finden. Sie hat 12 Hauptstandorte, die als eigene GmbH & Co. KG arbeiten und denen weitere 23 Betriebsstätten zugeordnet sind – so wie Erfurt „Ableger“ in Suhl und Mühlhausen hat. Und das Wachstum ist nicht beendet. Daniel Delling und seine Geschäftsführer-Kollegen halten ständig Ausschau nach geeigneten Kandidaten. Zupass kommt hier, dass auch bei den Zahntechnikern der Generationenwechsel ansteht, damit die Unternehmensnachfolge.

Weil aber die Konkurrenz stark wächst, ist das Geldverdienen nicht mehr so leicht. Deshalb ist die Pflege des Bestands enorm wichtig und Delling achtet da hochnotpeinlich darauf. Kunden wären treu, stimme das Preis-Leistungs-Verhältnis und der Service. Beides hänge aber maßgeblich davon ab, wie sehr sich Beschäftigte mit ihrer Firma identifizieren und in welchem Maße sie sich einbringen. Das wiederum ist eine Frage der Unternehmenskultur, wie Fachkräfte herangebildet oder akquiriert und – und vor allem! – wie deren Loyalität und Engagement gewürdigt werden. Darauf legt Delling, darauf legt die „Lorenz Dental“-Gruppe allergrößten Wert. Gute Leute sind schließlich heiß begehrt. 

Dellings Weg und seine Erfahrung damit, unter besonderer Obhut als junge Fachkraft gestanden zu haben, bestimmen heute seinen Führungsstil. „Wichtig ist immer, den Leuten eine klare Perspektive bieten zu können.“ Dazu gehört zuallererst, dass „der Laden brummt“. Stabile wirtschaftliche Verhältnisse und Wachstum machen Arbeitgeber attraktiv, ermöglichen ihnen zudem, ansprechende Arbeitsbedingungen zu schaffen. Hat er Azubis, so will Delling sie auch behalten – wenn’s passt. Mindestens eine Stelle pro Jahr werde ausgeschrieben. Derzeit gehören zum 23-köpfigen Team vier Lehrlinge. Dazu kommt ein Praktikant, der so gute einschlug, dass er Anfang August nun die Lehre beginnt. Klare Anforderungen an jeden Einzelnen im Team seien ebenfalls unabdingbar: „Gut ist gerade ausreichend“ – das sei damals die Botschaft von Johannes Lorenz an ihn gewesen, als er seinen Meisterlehrgang begann. Das habe ihn  geprägt. „Gut ist gerade ausreichend“, heißt es daher auch unter Dellings Ägide.



R+S solutions GmbH, Erfurt

„Fachkräfte ist­ DAS Thema für uns“, sagt Recruiterin Katharina Reinhardt. Warum, das macht Mario Gransow deutlich: „20 Leute könnten wir sofort einstellen.“ Das wäre ein dickes Plus von 25 % zum aktuellen Personalstand. Die Erfurter Niederlassung der R+S solutions GmbH, die Gransow leitet, hat derzeit 84 Beschäftigte, davon 17 Azubis. R+S solutions ist einer der größten Anbieter für Stromversorgungsanlagen und Starkstrominstallationen bis hin zur Montage von Sicherheits- und Datentechnik. Aus einer Hand bietet man Planung, Bau und Inbetriebnahme bis zum 24-h-Service. Glänzend, die Referenzen. Die Auftragsbücher daher voll. Umso drängender der Bedarf nach qualifiziertem Personal. 

Da setzt man zum einen auf die Erstausbildung. Vor zehn Jahren gab es noch 30 Bewerber für 7 Stellen in Erfurt. Heute sei das anders, sagt Reinhardt. „Da hilft nur Werbung, Werbung, Werbung...“ Doch Handwerks- sind kaum noch Traumberufe. „Viele Jugendliche, aber auch deren Eltern und die Lehrer in den Schulen wissen nicht, was hier wirklich passiert.“ Sie glaubten, Elektroniker würden nur am Laptop sitzen. „Wir sind aber Installateure, setzen Großprojekte um.“ Montage gehöre deshalb dazu, wofür man „bestens ausgebildete und ebenso motivierte Leute“ brauche, ergänzt Gransow. Also bekommen Azubis Übernahmegarantien, startet nach der Lehre eine kontinuierliche, individuelle Personalentwicklung. Talenten stehen alle Wege offen. Die Botschaft lautet: „Ihr könnt wesentlich mehr werden. Wenn Ihr wollt...“ 

Das werde von Anfang allen Azubis vermittelt. Das sind v. a. Regelschüler. Deren Anzahl und individuellen Voraussetzungen in Sachen Bildung etc. würden aber weiter zurückgehen. Letzteres zu prüfen, bieten daher Schülerpraktika. Dabei werden die Interessenten in den laufenden Betrieb eingebunden. R+S forderte schon vor zwei Jahren: „Nicht erst, wenn sich Schüler bewerben müssen, sollten Handwerksbetriebe und ihre Kammer aktiv werden.“ Vielmehr sei es geboten, schon Jahre vorher zu zeigen, was die Elektrotechnik-Branche alles drauf habe. Und tatsächlich eine echte Wirtschaftsmacht sei. 

Neue Wege geht man in Erfurt jetzt auch mit Angeboten zur dualen Ausbildung als Offerte an Abiturienten und Reaktion auf den bundesweit immer noch ungebrochenen Hype nach akademischen Weihen. Ab 2017 zeigt man daher BISS. Das ist das „Berufsausbildungsintegrierende Studium Schmalkalden“. Das verbindet eine praktische Ausbildung im Unternehmen, wobei man Geld verdienen kann, mit dem wissenschaftlichen Arbeiten an der Hochschule und dem Erwerb eines akademischen Abschlusses. BISS vereint universitäre Theorie und umfangreiche praktische Erfahrung. Das macht Absolventen zu gefragten Spezialisten im ingenieurtechnischen Bereich. Viereinhalb Jahren dauert diese Kombination, die mit der Fachhochschule Schmalkalden angeboten wird. 

Doch das alles genügt eben immer noch nicht, v. a. nicht, um kurzfristige Engpässe an ausgebildeten Fachleuten zu meistern. Selbst im weiteren Umfeld um R+S-Niederlassungen wie der Erfurter ist schließlich nahezu alles abgegrast. Also zieht es die R+S-Recruiter in die Ferne. Sowohl innerhalb der EU als auch jenseits davon werden Fachleute gesucht. Und gefunden. So kam man auch zu den Serben und Bosniern. Sie alle haben eine entsprechende Ausbildung, manche vergleichbar jener der hiesigen Techniker oder Meister und sind berufserfahren. Einige von ihnen arbeiteten bereits in Deutschland. Alle wurden vorab in vier Monaten in ihren Heimatländern in die deutsche Sprache und das Fachwissen zu den hiesigen Normen unterwiesen. 

Jetzt sind sie in Erfurt und vom ersten Tag an voll dabei. Dazu bekommen sie weiteren Deutschunterricht. Dafür heuerte R+S einen Erfurter Dozenten an. „Bei uns hört Ausbildung halt nie auf“, sagt Gransow. Also sind auch die Neuen wie ihre Stammkollegen für weitere fachliche Seminare Gasthörer der R+S-Akademie in Fulda. Erfahrungsgemäß brauchten die südosteuropäischen Fachkräfte ein halbes Jahr Einarbeitungszeit. In dieser Zeit kümmere man sich auch um eine Wohnung für sie. Sie sollen ja möglichst in Deutschland sesshaft werden, also auch ihre Familien nachholen.



Riedel Bauunternehmen GmbH & Co.KG, Erfurt

22 Jahre hat das Erfurter Tochterunternehmen der unterfränkischen Firmengruppe Riedel Bau (gegründet 1899) für andere gebaut. Jetzt macht sie das in eigener Sache. Das neue Verwaltungsgebäude in Erfurt entsteht am Urbicher Kreuz. Am 9. Juni war für das 3-Mio.-Objekt erster Spatenstich. Bisher ist eine Gründerzeitvilla in der Straße des Friedens das Domizil. „Die hat ihren Charme“, sagt Endres. Der repräsentative Bau ist nun aber dereinst als Wohnhaus erbaut und beileibe kein Verwaltungssitz. Da macht die idyllische Lage nur bedingt die Not an Parkplätzen oder die eher beengten Platzverhältnisse wett. 

Die Baubranche boomt – dies obendrein seit erstaunlich langer Zeit. So können Unternehmen wie Riedel Bau den Mitarbeitern attraktive Konditionen und ebensolche Herausforderungen bieten. Dennoch fällt inzwischen die Auftragsakquise um ein Vielfaches leichter als jene von Fachkräften oder Azubis. Riedel Bau kämpft da wie die ganze Branche. „Wir rollen den roten Teppich aus“, sagt Endres und breitet symbolisch und fürs ganz herzliche Willkommen die Arme aus. Dabei wird das klassische Instrumentarium eingesetzt: Es gibt Stellenangebote auf der Homepage, im Internet und in der Presse. Das Personalrecruiting erstreckt sich aber auch auf Messen wie z. B. die „Gewinn-Bau“ des BIW oder die Praktikantenbörse der Fachhochschule Erfurt. Auch das „Ausbildungs-Navi“ wurde genutzt. 

Während Riedel Bau am Stammsitz in Schweinfurt schon länger ein duales Studium des Bauingenieurwesens anbietet, startete dies hier in Erfurt erst 2016 – mit dem Kooperationspartner FH Erfurt. Sieben Semester stehen vor den künftigen Bachelors auf Engineering, die danach als Bau-, Projekt- oder Oberbauleiter Karriere machen können. Für Abiturienten eine attraktive Offerte: Sie haben am Ende dieser Ausbildung einen akademischen Abschluss. Was aber noch viel wichtiger ist – sie verfügen auch über berufspraktisches Wissen. Denn als Unternehmen mit starker Handwerkstradition, ist die Ausbildung von Beton- und Stahlbetonbauern sowie Maurern ebenfalls sehr wichtig. Getreu dem Motto, mit dem Riedel Bau für seine Ausbildung wirbt: „Bau Dir Deine Zukunft“. Wie in anderen Handwerksbranchen auch, ist es aber der gute Leumund und die Mund-zu-Mund-Propaganda, die maßgeblich den begehrten Zulauf bringt. Also sind die Riedel-Bau-Mitarbeiter die besten Botschafter. Denen wird einiges geboten – vom ersten Tag an. Riedel Bau ist nach wie vor nicht nur Handwerks-, sondern auch Familienbetrieb, sagt Endres. Jährliche Teamveranstaltungen für Azubis und Studenten sowie Seminare zur Weiterbildung gehören dazu. Jedem von ihnen steht ein persönlicher Betreuer zur Seite. 

Ohne Investitionen ins Personal und die Ausbildung ist eben kein Staat mehr zu machen. Da fügt es sich, dass Endres diese Themen zur Chefsache machte. Wohl auch, weil er sich selbst auf dem zweiten Bildungsweg qualifizierte, er in seiner damaligen Ausbildungsfirma einen „besonderen Ziehvater“ hatte. Der Neubau ist für Endres ein unübersehbares Zeichen, dass sich Riedel Bau im Wettbewerb um die cleversten Köpfe besser positionieren will. Deshalb spielen dort Innovationen bei Energieverbrauch und Klimaschutz eine große Rolle. „Man wird die Firma Riedel schon von weitem erkennen, wenn man von der Autobahn kommt.“ Und das nicht nur, weil das Grundstück so gelegen ist, dass man eine unverbaubare Aussicht nach Süden hat.



Bauunternehmen Henning GmbH, Urbach

„Wissen und Erfahrungen unserer Mitarbeiter machen unseren Erfolg aus.“ Welch Wertschätzung! Doris König weiß, wovon sie redet. Seit 27 Jahren gibt es das Unternehmen. Was familiär begann, ist heute groß(artig): 120 Bau-Spezies stemmen rund 150 Projekte im Jahr. Das macht die Henning GmbH zum Platzhirsch im Thüringer Norden. Nicht zufällig, denn zu den Branchen-Klassikern Hoch- und Tiefbau bietet man Dach- und Zimmererarbeiten und den Landwirtschaftsbau. 

Seine Erfahrungen mit letzterem hatte Firmengründer Günther Henning, damals 57, als Mitgift eingebracht. Tochter Doris, die seit 2003 den Hut, resp. Bauhelm aufhat, bewahrt diese Tradition. Und die Unternehmensnachfolge ist auch schon geplant: Tochter Alexandra Lange und Sohn Nick König werden sie antreten. Auftragsvolumina schwanken. Hat man aber vier „Spielwiesen“, schreckt keine konjunkturell bedingte schwere See. Das verinnerlichte die gelernte Konstrukteurin Doris schon, als sie in den 1990er-Jahren die Buchhaltung übernahm. 

Nützlich auch, heuern die Mannschaften nicht ab. Etliche sind schon fünfzehn und mehr Jahre an Bord. Vorarbeiter und Poliere waren einst Azubis. Und trotz der respektablen Mannschaftsstärke sind die „Hennings“ immer noch gefühlt ein „Familienunternehmen“. Nicht nur der Gründerclan ist zahlreich vertreten. Auch im Team gibt es solche Blutsbande. Auf die Jugend baut man auch in anderer Hinsicht: Beginnt am 1. August  das nächste Lehrjahr, so hat die Fa. Henning dann 10 Azubis in den Berufen Straßenbauer/Tiefbauer, Maurer/Hochbaufacharbeiter, Zimmerer/Ausbaufacharbeiter, Beton-/Stahlbetonbauer, Dachdecker und Baugeräteführer. Je nach Stärken und Schwächen bekommen sie die Möglichkeit für eine Stufenausbildung. Am Beispiel des Ausbildungsberufes Maurer heißt das: Zunächst folgt auf eine zweijährige Ausbildung die Abschlussprüfung zum Hochbaufacharbeiter, Im folgenden 3. Lehrjahr kann dann der Abschluss als Maurergesellen erreicht werden. 

2017 feiert der „Azubi-Stammtisch“ seine Premiere. Die aktuellen wie die künftigen Azubis lernen sich kennen, werden von der Geschäftsleitung begrüßt. Die Neuen bekommen die Schulpläne, eine erste Arbeitsschutzunterweisung, die Arbeitssachen und eine Werksführung. Der Abschluss ist dann eine Riesen-Familienpizza – fürs „WIR-Gefühl“. Hennings investieren auch ins Gesundheitsmanagement. Dafür gewann man die AOK Plus. Der Rahmenvertrag soll den Mitarbeitern den Rücken stärken – im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb gibt es zu den freiwilligen Gesundheitsuntersuchungen für alle gesundheitsfördernde bzw. stärkende Maßnahmen, wie z. B. eine Rückenschule, die Untersuchung der Arbeitsplätze hinsichtlich Lärm- und Schmutzbelastungen, die Unterweisung in richtiges Heben und Absetzen sowie die Bereitstellung von Sonnenschutzmaterialien und kostenfreien Getränken im Sommer. 

Vorsorge fürs Morgen in Urbach hat aber auch „schottische“ Momente: Im Unternehmenssitz und auf den Baustellen sorgt ein spezielles Containersystem für Ordnung. Spart Bares. Alles Material wird sortenrein erfasst, nachsortiert und aufbereitet, um möglichst viel davon wiederverwenden zu können. Zudem setzt man auf moderne Technik. Das heißt: Die „Hennings“ brauchen zwar ab und an auch austrainierte Muckies. Aber umso mehr einen fixen Verstand.



Reuchsel GmbH, Thörey

Steffen Reuchsel begeistert sich auch nach gut dreißig Jahren immer noch für seinen Beruf: „Ein Fassadenbauer gestaltet. Man sieht, was man geschafft hat.“ Ein kreativer Job, der Wissen und Erfahrungen aus ganz verschiedenen Berufsfeldern brauche. Das mache die Arbeit so vielfältig. 

Reuchsel studierte in Leipzig Bauingenieurswesen, arbeitete danach eine Weile angestellt, v. a. im Fassadenbau. Dann war der gebürtige Meininger überzeugt: „Das kann ich auch.“ 2000 zog die Firma nach Thörey, ins Gewerbegebiet, wo sie bis heute ihren Sitz hat. Fassadenbauer ist aber auch ein Beruf, der Mobilität von denen fordert, die ihn ausüben. Auf Montage sind derzeit bis zu sieben Kolonnen, bundesweit. Zu 80 % akquiriere die Firma Aufträge der öffentlichen Hand. Das sei zwar wegen der Ausschreibungen aufwändiger.  „Es sind aber Auftraggeber, die pünktlich und die vereinbarten Preise zahlen“. 

Das sichert der Firma eine gute Perspektive – ebenso den rund 40 Beschäftigten, deren Altersdurchschnitt gerade mal so um die 40 liegt. Sie werden von Manuela und Steffen Reuchsel gehegt und gepflegt: „Wir wissen schließlich, was wir an ihnen haben. Aber wir fördern nicht nur, wir fordern auch.“ Dafür gibt es ein Konzept für eine langfristige Personalentwicklung. Dazu gehören jährliche Schulungen der Vorarbeiter, Praxisworkshops mit Zulieferern, Spezialschulungen durch die Berufsgenossenschaft, die Handwerkskammer. So individuell wie die Einarbeitung neuer Kräfte ist, ist auch die Auswertung der Baustellen mit jedem Einzelnen aus der Kolonne. Leistungsträger werden gefördert, machen ihren Weg vom Gesellen über den Meister bis zum Bauleiter. Flexibilität bei Arbeitszeiten, bei der Urlaubsplanung gehört ebenso dazu wie das Angebot an Beschäftigte im dem kaufmännischen Bereich, daheim zu arbeiten, falls die Kinder erkranken. 

Personalentwicklung à la Reuchsel fängt aber schon an, bevor jemand zum Team stößt. Präsenz in Schulen, auf Messen, Angebote für Praktika und Probearbeiten sind selbstverständlich. Dazu kamen bis vor Kurzem auch die klassischen Anzeigen in Zeitungen, v. a. für Stellenangebote. Doch die Resonanz darauf sank rapid, erinnert sich Manuela Reuchsel. „Aber wir kleinen Mittelständler können uns keinen Personaler leisten.“ Was tun? Wie auf sich aufmerksam machen? Es sollte kein Stückwerk werden. Also ersann man ein komplettes Werbe- und Marketingkonzept, das binnen Jahresfrist nahezu komplett umgesetzt ist: Zunächst bekam die Homepage eine Frischzellenkur, läuft nun auch optimal auf Smartphones und Tablets. Auf Facebook ist die Firma zu finden. Die Idee dazu lieferte René Thiedmann, einer der Bauleiter. Er ist jetzt auch Seitenmanager, postet Fotos von Baustellen. Sorgt damit für eine stetig wachsende Fangemeinde. Die Chefin verteilt zudem ganz gerne auch ein „like“, das zudem die Motivation des Facebook-Pioniers stärkt. 

Am häufigsten geklickt wurde bisher der pfiffige Imagefilm, der auch auf der Homepage einen exponierten Platz hat. Auf Facebook haben ihn sich mehr als 3.000 Leute angeschaut, auch zahlreich geteilt. Die Truppe, die für den Film auserkoren war, hatte sich übrigens ganz ohne Aufforderung einen Kopf gemacht und vorbereitet. Wen wundert es da, dass die Idee für den frechen Slogan „Keine Hemmung bei der Dämmung“ aus der Belegschaft kam. Doch damit nicht genug: Seit drei Jahren suchen Reuchsels jenseits der deutschen Landesgrenzen nach geeignetem Personal. Seit 2013 gehören Slowaken und Polen zu den Teams. Neben den fachlichen Kenntnissen waren hier v. a. jene der deutschen Sprache gefragt. Inzwischen brummt bundesweit das Bauhandwerk. Was volkswirtschaftlich erfreulich ist, reißt auf der anderen Seite Löcher. Schwerer sei es geworden, Subunternehmer zu gewinnen. Deshalb hält man nun auch dafür EU-weit Ausschau. Da nutzen nun auch die Erfahrungen aus der Pionierzeit 2013.

 

Rieke-Fassaden-Schraube®, Pfaffschwende

Pfaffschwende im Eichsfeld, zwischem saftigen Grün und sanften Hügeln gelegen. Hier lebt seit seiner Geburt Lothar Rieke, Jahrgang 1955. Der gelernte Maschinenschlosser ging nach der Wende neue Wege. Ihn trieb es nach Eschwege, in eine Schlosserei. Die hatte sich auf Fassadenbau spezialisiert, dessen 1 x 1 und die fach(arbeiter)lichen Feinheiten sich Lothar nun aneignete. Für die Hessen montierte Lothar bundesweit, v. a. hinterlüftete Fassaden. Die taten es ihm besonders an. So sehr, dass sie ihn zu seiner ersten Erfindung inspirierten. Deren Prinzip fand er spannend zur besonderen Gestaltung von Haussockeln. Die werden meist nur geputzt ­– sind sie nicht aus Naturstein. 

Rieke mag es praktisch und pflegeleicht – und deshalb pulverbeschichtete Aluminiumverkleidungen. Die trotzen UV-Licht, Wetter und Streusalz. Für ihn das ideale Material, zudem in Farbe und Dekor jedem noch so ausgefallenem Geschmack anzupassen. Einzig deren Befestigung kostete Zeit und Ausgleichsmasse resp. Kleber. So kam Rieke 2016 auf den Dreh mit einer wärmebrückenfreien Spezialschraube. Bei Bedarf fest im Mauerwerk arretiert, fixierte man an deren Kopf die vorgehängte Aluhaut. Mit den justierbaren Schrauben ließen sich zudem unebene Sockel ausgleichen. Dieses Verankerungsprinzip ließ Rieke noch ein Licht aufgehen: Es war Blaupause für die Idee, Dämmfassaden zu sanieren. Der Branchenkenner wusste um die Not von Hausbesitzern, die mit Durchfeuchtung, Schimmelbildung und anderen Spätfolgen kämpfen. Einzige Lösung war bis dato der Komplettaustausch. 2014 deklarierte man Dämmungen aus Styropor obendrein zu Sondermüll. Das trieb die Kosten noch weiter in die Höhe. 

Es brauchte ein paar Entwicklungsstadien, bis Rieke den richtigen Dreh heraus hatte – sprich: seine Vierer-Kollektion spezieller Fassadenschrauben anwendungsreif vorlag: Die Rieke-Fassaden-Schraube® hat einen großen Mitteltunnel. So lassen sich handelsübliche lange Dübel, Spax-Schrauben und Klebeanker im Mauerwerk hinter der Dämmung verankern. Diese Kunststoffteile schneiden sich dank eines besonders breiten Spiralgewindes mühelos in jedwedes Dämmmaterial, halten wegen des großen Steigungswinkels aber bombenfest. Der Schraubenkopf wiederum schafft Abstand für vorgehängte Fassaden, die daran geklebt oder gedübelt werden. Die legen dann binnen drei Jahren jedes „Feuchtgebiet“ trocken. Die neueste Version der Schraube hat einen Fräskopf, der die Aufdoppelung von Dämmungen mühelos wärmebrückenfrei ermöglicht. Zur Montage genügen ein Akkuschreiber und ein Vierkantbit. Die Rieke-Fassaden-Schraube® kann im Übrigen für viele andere Wärmedämmverbundsysteme genutzt werden. 

Diese Erfindung bescherte dem Eichsfelder nun schon Ruhm und Ehre: So gab es 2016 auf der Erfindermesse in Nürnberg die Goldmedaille und dazu mit dem „Leonardo da Vinci“-Preis die höchste Auszeichnung des Europäischen Erfinderverbandes AEI. 2017 folgte der bayrische Staatspreis für besondere gestalterische und technische Leistungen im Handwerk. Derzeit läuft die Zulassung der Rieke-Fassaden-Schraube® am Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin. Der Pfaffschwender hofft, dass sie bis Herbst vorliegt. Nach der Zulassung kann die Serienproduktion beginnen und Rieke am Markt und bei den Kunden prüfen, ob seine clevere Idee genügend Interessenten findet.

 

Beetz & Co. GmbH, Erfurt

Erfurt. Von hier managt die Beetz & Co. GmbH ihre deutschlandweiten Projekte. Seit über 30 Jahren ist die Firma für Heizungs-, Sanitär-, Elektro-, Kälte- und Klimatechnik für die Fertighausindustrie tätig. Rund 100 Mitarbeiter zählt man. Die Gebrüder Herbert und Siegfried Beetz – der eine Installateur-, der andere Elektromeister – gründeten das Unternehmen 1985 im hessischen Grebenhain. 1990 bauten sie die Niederlassung in Erfurt auf. 2004 kam die Klima- und Kältetechnik mit ins Portfolio. Das war eine Option auf die Zukunft wie auch, dass mit Gründerenkelin Lisa-Marie Greb und Schwiegersohn Steffen Kreller-Beetz die nächste Generation zur Wachablösung im Familienbetrieb bereitsteht. 

Zweifelsfrei stand früh für Beetz & Co. fest: Erfolgreich am Markt besteht nur, wer ein fachkundiges und dem Servicegedanken verpflichtetes Team hat. Weil das aber Faustpfand für alle in der Branche ist, heißt es, solche Talente langfristig zu binden. Das ist leicht gesagt, muss aber jeden Tag getan werden. Das war auch eine klare Ansage an die junge Doppelspitze in Erfurt: Solche Goldnuggets gewinnt man v. a. mit entsprechenden Arbeitsbedingungen. Dazu gehört, die Einsatzpläne mit den Mitarbeitern zu erstellen. Arbeitszeiten werden so geplant, dass die Truppe ein intaktes Familienleben hat, die Bedürfnisse von Jung und Alt berücksichtigt sind. Bei einem Geschäft, das von Montage lebt, keine Sache, die mit links geht. 

Hausinterne Aus- und Weiterbildungen gehören zum Standardrepertoire. Gemeinsam besser zu werden, heißt auch: Mit jedem Mitarbeiter werden individuell zugeschnittene Ziele fixiert. Wer bei Beetz & Co. eine Lehre beginnt, der hat beste Aussichten auf Festanstellung. „Wir planen strategisch“, erklärt Lisa-Marie Greb. 14 Azubis sind es derzeit an beiden Standorten im kaufmännischen und gewerblichen Bereich. Nach einer Durststrecke passt es seit zwei Jahren wieder, gibt es Nachfrage. 2017 werden deshalb fünf Neu-“Beetzer“ hinzukommen. Die gewerblichen Azubis gehen von Anfang an mit auf Montage. Die Vorarbeiter nehmen sie unter ihre Fittiche und sie bleiben möglichst immer bei der gleichen Truppe. Das schafft Vertrautheit. Damit machten Beetz & Co. gute Erfahrungen. 

Zudem kümmern sich die Meister auch um die Azubis am Erfurter Standort. Das beeindruckend große Lager ist nämlich nicht nur gut gefüllt, sondern auch bester Ort für die praktische Ausbildung. So finden angehende Elektriker alle „Zutaten“, um den berühmt-berüchtigten Schaltschrank zu bestücken bzw. auf Funktionalität zu testen. Dazu gehören jene fiesen, kleinen Fehler, die vorausschauende Lehrmeister einbauen: Sie vermasselten schon manche Prüfung. Beetz-Azubis sind hingegen immun gegen solche Stolperfallen. Die Lagermannschaft ist zudem ein Fullservice-Team: Kommen am Freitag die Teams zurück, werden die Hänger entladen, für die Aufträge der nächste Woche gepackt. Auch deren „Zugpferde“ erfahren übers Betanken hinaus besondere Aufmerksamkeit. Alles, was zur Verkehrssicherheit gehört, wird gecheckt. Eigens dafür gibt es einen Kfz-Mechaniker im Beetz-Team, der seine „Werkstattecke“ samt zugehöriger Grube in der Halle hat. 

Was Stand der Technik ist und so Kundenbegehrlichkeiten auslöst, ist Maßstab dafür, welches Wissen und Können die Mannschaft haben sollte – und Anspruch der Unternehmensspitze. So ist „Smart Home“ – das intelligent vernetzte Daheim – eine Entwicklung, die durch entsprechende Aus- und Weiterbildung ein Umsatzbringer werden soll. Wie allgemein, fehlt es dennoch immer wieder an Spezialisten. Zudem sollten sie zum Team, zur Firma passen. Gute Leute können Lisa-Marie und Steffen aber auch nicht backen. Also geben sie Interessenten ohne berufsspezifische Ausbildung eine Chance.

Und sie halten europaweit nach Berufsnachwuchs Ausschau. Da zahlen sich u. a. die guten Kontakte zur Handwerkskammer aus. Die ist beim Bundesprogramm MobiPro dabei. So kamen über die Thüringer Initiative TAPAS drei spanische Jugendliche 2015 zu Beetz. Im Jahr darauf wurden ein junger Pole sowie ein weiterer Spanier eingestellt. Der Mix aus erfahrenen und jungen Leuten, die Investitionen der Geschäftsleitung ins Firmen- und Betriebsklima und vor allem die Talentsuche zahlen sich aus. Immerhin rund ein Drittel der Hundertschaft sind Eigengewächse. „Eine gute Basis“, finden Lisa und Steffen zurecht.



Gigapixel Ltd. - Ilmenau

Ein Foto auf 86 m² Spanndecke in höchster Qualität? Klingt verrückt? Ermöglicht aber die Ilmenauer Firma Gigapixel Ltd. Deren Fotos sprengen jede Dimensionen, fangen bei Bildgrößen von 100 Megapixeln an und gehen bis in den höheren Gigapixel-Bereich. Herzstück der Ilmenauer Innovation ist das Bildportal „Large Format Stock“ (www.large-format.photos). Ein absolutes Novum. Hier finden sich jene Bilder ab 100 Megapixel in Originalauflösung. Für jedermann zum Anschauen und Zoomen. So überzeugt Qualität vorm Kauf. Kunden wie der Springer-Verlag, die DB International GmbH, der ADAC und die Bundeswehr, die Stadt und die Universität Ilmenau taten das schon. 

Hochauflösende Bilder lassen sich vielfältig nutzen. In Kombination mit Lichtwänden können sie so z. B. zur Dekoration oder zur Beleuchtung dienen. Dafür entwickelten die Ilmenauer mit der Firma Synantik GmbH aus Ohrdruf Naturelux® – eine Kombination ihrer Bilder und ein eigens dafür ersonnenes Montagesystem speziell für die Gesundheitswirtschaft der Zukunft. Die Kombination aus ihren hochauflösenden Bildern in Verbindung mit dem eigens dafür ersonnenen Montagesystem ist jeder Konkurrenz gewachsen. Naturelux® fördert den Stressabbau bei Patienten und Mitarbeitern, dient der schnelleren Genesung und kann bestimmten Krankheiten durch angenehmere Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen vorbeugen. Diese positiven Wirkungen lassen sich aber ebenso in anderen Branchen oder für den privaten Bereich nutzen. 

Die Ilmenauer Firma hat große Erfahrungen im Erstellen hochauflösender Bilder, aber auch beim Umgang bzw. dem Zugänglichmachen durch das Bildportal „Large Format Stock“ (www.large-format.photos). Es ist die größte Sammlung an hochauflösenden Bildern weltweit. Das Portal soll zudem auch Handwerker, die Industrie, Architekten zu völlig neuen Ideen anregen. Zu schallschluckenden Wänden, bedruckt mit einem Motiv, das auch aus allernächster Nähe mit seinen Details besticht. Mit hochaufgelösten Naturbildern, die komplette Wände scheinbar verschwinden lassen, ein neues Raumgefühl geben können. Mit hochauflösenden Fototapeten, die Malerkunden glücklich machen. Für Messestände, die mit Großformatbildern beeindrucken. 

Gigapixel Ltd. arbeitet auch mit Museen. In ihre interaktiven, digitalen Welten können sich Betrachter hineinzoomen. Ihre großformatigen Aufnahmen machen mikroskopische Universen sichtbar. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Alles größer als auf 1 m² gedruckt, bei dem Betrachter förmlich mit der Nase drauf stoßen können (oder wollen!) – dafür kommen die Ilmenauer in Frage. Das wirklich erste hochauflösende Fotostockportal mit allen möglichen Themengebieten ist DIE Fundgrube dafür. Das Credo von Firmengründer Daniel Richter für all das lautet: „Wir sind es leid, schlecht aufgelöste Großformatdrucke zu sehen. Deshalb setzen wir den Bildern die Brille auf.“

 

Augenoptik Helmvoigt, Gotha

Silberhochzeit, sozusagen. Die könnte Peter Helmvoigt feiern. 1992 bekam er verbrieft, Meister seines Augenoptiker-Handwerks und zugleich fachschulgeprüfter Optometrist zu sein. Heute ist er einer von zehn Augenoptikern in Gotha. Die stehen bei aller Kollegialität untereinander in Konkurrenz. Vor 25 Jahren waren sie zu sechst „bei rund 65.000 Einwohner in der Stadt“. Gotha hat heute 20.000 weniger. Zahllose Internetanbieter verschärfen den Wettbewerb zusätzlich. Dem stellt sich Helmvoigt. Durchaus entspannt. Weil er ein klares Konzept hat: Er punkte mit Qualität und Service. Das schaffe Vertrauen und deshalb seien ihm seine Kunden treu. 

Er ist überzeugt: Wer sich fachlich fit machen will, hat ausreichend Gelegenheit. Dass er zunächst auf Angebote die Landesinnung verweist, ist logisch. Seit 2012 ist er im Vorstand und ehrenamtlich dabei. Auch der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) mit Sitz in Düsseldorf biete zahlreiche Möglichkeiten. „Man muss sie nur nutzen.“ Helmvoigt ist dort Thüringens Abgesandter im betriebswirtschaftlichen Ausschuss. Sich schlau machen heißt für ihn, Fachpresse lesen, an Fachtagungen teilnehmen, den Austausch mit Kollegen suchen und pflegen. Bestens dafür geeignet seien z. B. die monatlichen Angebote der Landesgruppe der „Wissenschaftlichen Vereinigung für Augenoptik und Optomterie“ (WVAO), die wechselweise in Erfurt und Jena stattfinden. 

Helmvoigt, Jahrgang 1968, ist ständig auf der Suche nach neuen Ideen und Technologien. Fündig wird er zum Beispiel auf Fachmessen. So stöberte er 2015 auf der „opti“ in München „PasKal 3D“ auf. Dieses System zur Augenbestimmung ist anders als alles andere zuvor: Auf verschiedene dreidimensionale Bilder werden ebensolche räumlichen Objekte eingeblendet – fürs rechte und linke Auge verschieden. Das funktioniert, weil sie auf dem 3D-Monitor (bild-)zeilenweise durch zirkulare Polarisation getrennt werden. Statt bisher Auge für Auge zu bestimmen, geht das nun gleichzeitig. Eine Spezialbrille mit einem ebensolchen zirkular polarisierenden Filter sichert dabei steten Durch- und „Scharf-“Blick – auch für Menschen ohne räumliches Sehen oder mit Augen, deren Sehstärke stark voneinander abweicht. 

Helmvoigt war begeistert. So sehr, dass er der Erste war, der ein solches System ausgeliefert bekam. „Einer der Vorteile ist, dass die so angemessenen Brillen verträglicher sind, weil der Sehtest unter ,normalen’ Bedingungen stattfindet.“ Die klassischen Tafeln mit Zahlen, Buchstaben oder Symbolen fokussierten das Auge auf eine Entfernung. Das ermüde schnell, wie jeder wisse, der z. B. oft und lange am Computer arbeite. Die stetig wechselnden, attraktiven Landschaftsbilder bei „PasKal 3D“ im Hintergrundbilder lassen einen räumlichen Eindruck entstehen. Wichtiger aber noch – fürs Auge bedeuten die wechselnden Perspektiven weniger Stress. „Besser geht’s nicht“, sagt der Fachmann. Bestimmt wird so die Sehstärke in der Ferne, das Farb- und räumliche Sehen, ob und wie Kontraste wahrgenommen werden und wie die beiden Augen als Team zusammenarbeiten. 

Seit zwei Jahren schwört Helmvoigt auf die Technik der baden-württemberger Firma IPRO. Sehr zur Zufriedenheit der Kunden. Er ist zudem weit und breit alleiniger Anbieter dieser durchaus bahnbrechenden Technik. Sein Faible dafür schadet ihm nicht, denn Kunden kommen extra deshalb aus Frankfurt am Main. Der Hang zur Hightech hindert Helmvoigt aber auch nicht, auf Altbewährtes zurückzugreifen. Seit er 1992 die Firma von seinen Eltern übernahm, nutzt er einen Augenspiegel, auch Ophthalmoskop genannt. Eine Erfindung aus dem 18. Jahrhundert. Hermann von Helmholtz baute dafür auf Ernst Brückes Versuche zur Beleuchtung des Augenhintergrunds auf. Es war übrigens das erste praktisch angewandte medizinische Gerät zur Einsicht in das Innere eines Organs – eben jenes Dingsbums, mit dem früher vor allem der Augenarzt ins Äuglein leuchtete. 

Spezialisten können damit Eintrübungen von Hornhaut und Linse oder Einblutungen festzustellen – und ob Brillen tatsächlich zur erwünschten Korrektur verhelfen. Helmvoigt zieht diese fast 200 Jahre alte Methode jener mit einem üblicherweise genutzten Autorefraktometer vor, „weil sie gründlicher, umfassender und vor allem objektiver ist“. Es heißt deshalb auch „Ich schau Dir in die Augen, Kleines...“, untersucht er Kleinstkinder oder Behinderte. „Sie können sich im Zweifel nicht verständlich machen, welche Glasstärke nun die bessere ist. Also schaue ich genau hin.“ Und deshalb haben alle dann auch die (richtige) Brille auf.

Diese Augenspiegeleien sind ein Service, den er als Optometrist anbieten darf. Das macht die Visite bei Helmvoigt durchaus zur Alternative für einen Gang zum Augenarzt. Dabei sieht er sich allerdings nicht als deren Konkurrenz. Nicht ohne Stolz tut er deshalb kund, dass sich nicht wenige Vertreter dieser Spezies seiner Dienste bedienten. Und das ist kein bisschen abgehoben. Das wiederum passiert tatsächlich – in seiner Freizeit und als Hobbysegelflieger.

 

FREDMAX GmbH, Nordhausen

Orthopädieschuhmacher. Ein exklusives wie exotisches Gewerk, ist André Fredrich gewiss. Der Nordhäuser hat nicht nur deshalb sein bisheriges Leben über den Leisten geschlagen. Er sorgt auch dafür, dass der Beruf nicht auf der „Roten Liste“ landet. Das macht er seit Längerem und mit Erfolg – in Sachen Berufsnachwuchs, beim Anmustern der raren Spezialisten und beim cleveren Vermarkten seines Handwerks. Dafür investierte er zunächst in Fortbildung. „Nicht einmal im Jobcenter wusste zu Beginn jeder, was unsereins macht.“ Doch steter Tropfen... Meint: Fredrichs wiederkehrende Besuche und die engelsgleiche Geduld, sein Tun anschaulich zu vermitteln, fruchteten: Nun weiß man in Nordhausen Bescheid. Das hilft. Vom „guten Draht“ spricht er heute, der nutze, trage er seine Wünsche und Anregungen vor. Das bescherte bis vor vier, fünf Jahren noch ausreichend Bewerber für seinen kleinen Handwerksbetrieb. Dann herrschte plötzlich Flaute, erinnert sich Ehefrau Peggy. 

Dies ließ die Einsicht wachsen: Erfolgreiche Talentscouts sind jene, die aufschlagen, ehe das große Barmen losgeht: „Was soll ich nur werden?“ Folglich machten sich Fredrichs schon bei 14-Jährigen und in den Schulen bekannt. Clever, ist man als Handwerker zum Anfassen und Nachfragen obendrein auch da, wo sich die Jugend tummelt. Also haben Fredrichs eine flotte Homepage, facebooken und twittern, sind auf LinkedIn und zeigen ihr Imagevideo „Nie wieder barfuß“ der Generation Youtube. 

Das dann auch Konventionelles aus dieser Schuhschmiede aus dem Rahmen respektive dem üblichen Druck-Einerlei fällt, versteht sich von selbst: Die Firmenbroschüre glänzt nicht nur mit gediegener Qualität. Auch die Fotos erinnern an Prospekte von Edelmarken. Alle analogen wie digitalen Präsentationen fügen sich zudem optisch wie inhaltlich zu einem großen Ganzen, zu einem frischen Image. Den entscheidenden ersten Schritt dazu tat man 2012. Fredrichs war selbst aufgefallen, dass „Orthopädieschuhtechnik“ zu sehr „krank“ klang. Also sannen sie nach einer Alternative. „FredMax“ wurde es. Vermutet werde zuweilen, es sei eine forsche Fusion der Vornamen ihrer Kinder. „Ist es aber nicht...“ Zumindest der Familienname wurde verewigt. Dessen erste Silbe ergänze das „max“, weil man das „Max“imale für seine Kunden tue. 

Dafür steht auch das Team. Seit 2016 verstärken es zwei Umschüler und zwei Azubis. Jetzt legt sich also der „Schuhmacher-Achter aus der Grimmelallee 4c“ gemeinsam in die Riemen. Das macht er nicht mehr nur im angestammten Marktsegment. André Fredrich ließ seiner Fantasie und dem Tüftler in ihm freie Hand. So verkauft er deshalb seit einem Jahr individuell angemessenes, handgemachtes Schuh(meister)werk aus Nordhausen. Erste Interessenten kamen zunächst aus der Region. Zufriedene Kunden trugen aber bald die Kunde von den so schicken wie bequemen Schuhen in die weite Welt. „Mode von außen und Gesundheit von innen“ verkauft sich derweil dank Onlineshop bundesweit. Das halbe Dutzend Paare im Monat sei dabei ein guter Anfang. André ist aber sicher, dass auch die doppelte Anzahl Abnehmer finde. 

Zum anderen hat Fredrich sein Handwerk mit den Segnungen des digitalen 21. Jahrhunderts vermählt. Grund, darüber nachzusinnen, war der immense Kosten- und Konkurrenzdruck sowie der Wunsch nach effektiven Produktionstechniken. Das brauchte Zeit – und Geld. Fünf Jahre nach den ersten Ideen und nach rund 200.000 Euro Investitionen kann er einen speziellen Handscanner nutzen, um jeden Fuß dreidimensional digital zu erfassen. Diese Daten werden mit einer speziellen Software bearbeitet. Das digitale Ergebnis daraus bekommt Fredrichs langjähriger Zulieferer – die Ellricher Fa. Spenlé. Die wiederum füttern damit ihre Hightech-Maschinen, die dann den immer noch unersetzlichen Leisten herstellen – jenes Formstück aus Holz, Kunststoff oder Metall in Form eines Fußes, was nötig ist, um einen Schuh zu modellieren. 

Auch Einlagen sollen so demnächst personifiziert, passgenau und postwendend entstehen. Und eine spezielle App, die den Ärzten das Verschreiben des korrekten orthopädischen Hilfsmittels erleichtert, haben die „FredMax“en ebenfalls. Eine Schuhmacher-Weisheit soll besagen: „Die Füße sind am weitesten weg vom Kopf.“ Deshalb würden sich Normalsterbliche so wenig um sie sorgen. Nur gut, dass es solche Typen wie Andrè Fredrich gibt, die ein besonderes BeFußtsein dafür entwickelt haben.



schaldach MÖBELBAU+RAUM, Blankenhain

Frühjahr 2016. Die Blankenhainer Tischlerei „schaldach MÖBELBAU+RAUM“ erreicht ein Hilferuf der Jugendberufsförderung Erfurt gGmbH (JBF). Die sucht für einen ihrer Schützlinge ein Praktikum. Die besondere Herausforderung: Udo Euglin ist stark lernbehindert, kann nicht gut lesen und schreiben, hat eine Schwäche für Zahlen und kann mit Maßen nicht umgehen. Die Frage war, welche Aufgaben könnte der lernbehinderte Jugendliche erledigen? Wie sollte die nötige intensive Betreuung im Alltagsgeschäft gesichert werden? Wie würde das Team mit all dem umgehen? Aber es war und ist im Hause schaldach MÖBELBAU+RAUM immer ein Bedürfnis, Benachteiligten zu helfen. Deshalb sagte Inhaber Thomas Schaldach zu und machte die Betreuung des Integrationsschülers zur Chefsache. 

Schnell erlangte er Vertrauen und Zugang zu Udo. In den ersten Monaten testete man gemeinsam, wie Aufgaben zu erklären, zu beschreiben waren, damit er sie möglichst selbstständig umsetzen kann. Mit Fingerspitzengefühl und viel Empathie gelang das. Nicht zuletzt half, dass er zunehmend auch Erfolgserlebnisse hatte. Die spornten den jungen Mann an und so erfüllte er auch weniger attraktive Jobs wie z. B. Reinigungsarbeiten. Ein externes Coaching über das Programm „unternehmensWert:Mensch“ – eine durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds geförderte Initiative – stärkte das Team, sich dieser Herausforderung zu stellen. So gab es dann auch von Anfang an einen wertschätzenden Umgang miteinander, wurde Udo wie ein ganz normaler Kollege behandelt. 

Betreuung in der ganzen Zeit gewährte die JBF. Gemeinsam werden die Leistungsfähigkeit analysiert und neue Meilensteine für die Entwicklung des Integrationsschülers gesetzt. Deshalb gab es Nachhilfestunden, die exakt auf die betrieblichen Erfordernisse abgestimmt waren. Das alles zeigte sichtlichen Erfolg. Thomas Schaldach macht daher seinen Handwerkskollegen Mut, neue Wege zu gehen: „Ein solch hoher Aufwand an Zeit und Geduld lohnt auch für ein kleines Unternehmen.“ 

Das wurde besonders deutlich, als Schaldach im Dezember 2016 plötzlich schwer erkrankte, seither arbeitsunfähig ist. Udo erwies sich als Stütze für Schaldachs Frau Yvette, die die Geschäfte übernahm: Er kannte sich bestens mit der Heizung aus, die sonst nur Thomas bediente. Der hatte seinem Musterschüler aber die Bedienung des Ofens und dessen Reinigung beigebracht. So betreute Udo über Weihnachten und Silvester die Heizung und sorgte dafür, dass Gebäude und Leitungen frostfrei blieben. „Wir alle haben oft das tolle Gefühl, hier jemanden eine echte Chance, eine Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben zu geben“, erzählt Yvette. Udo ermöglichte u. a., manche hausinterne Projekte umzusetzen, die aus Zeitgründen immer wieder verschoben wurden. So ist z. B. der Zaun um das Firmengelände aus Massivholz gefertigt und gesetzt worden. 

Inzwischen sorgt er ganz selbstverständlich und eigenständig u. a. dafür, dass Mülltonnen, Gelbe Säcke, Papiercontainer rechtzeitig am Abholplatz stehen. Und ist er nicht da, ruft er an und erinnert an die Termine. Neben diesen Hausmeisteraufgaben gehören aber auch Einsätze bei Montagen und in der Tischlerei zu seinen Aufgaben. „Dabei macht er große Fortschritte und das Strahlen in seinen Augen ist kaum zu beschreiben“, berichtet Yvette. Für ausgewählte Arbeiten sei er angelernt und erledige sie absolut zuverlässig. 

Deshalb wurde seine Zeit bei der Fa. Schaldach immer wieder verlängert, ist seine Festanstellung erklärtes Ziel. „Udos Dankbarkeit zu erleben, ist ein großer Lohn für alle Mühen.“ Dafür geht man ungewöhnliche Wege mit einem Maschinenhersteller und Softwareentwicklern. Deren Lösung führt dazu, dass Udo künftig auch eine CNC-Fräsmaschine zuverlässig bedienen und im Plattenzuschnitt dauerhaft beschäftigt werden kann. Ein Gewinn für alle Beteiligten. 

Udo hat zudem einen sehnlichen Wunsch – er möchte eine Tischlerlehre absolvieren. Seine Behinderung verhindert aber den Besuch einer Berufsschule und das Ablegen der Gesellenprüfung. Um seine Motivation zu stärken, fand Yvette Schaldach auch dafür eine Lösung: Kommt die neue Fräsmaschine, dann erhält Udo in der Firma eine individuelle Ausbildung. Nach deren Ende nach ca. einem bis eineinhalb Jahren legt er eine Prüfung ab. Besteht er, gibt es als Krönung und ganz feierlich im Kreise der Mitarbeiter und Vertreter von Integrationsamt und JBF ein „schaldach-Zertifikat“ und die Ernennung zum „Tischler-Assistenten“.



Installationsbau Läbe GmbH, Arnstadt

Nachhaltigkeit liegt in der Sache. 1996 gegründet, machte sich der Haustechnik-Spezialist Mario Läbe in Arnstadt und im Umkreis von 50 km einen Namen. Auch, weil er lang prüfte, dann ab 2006 die volle Palette von Vaillant an Gas- und Ölbrennwert- und Wärmepumpentechnik anbietet, ergänzt von Fotovoltaik und Solarthermie: „Sie bestimmen den Stand der Technik“, sagt Läbe.

Als zertifizierter Vaillant-Kompetenzpartner hat sich sein IBL-Installationsbau auch auf den Einsatz regenerativer Energien spezialisiert. Handwerksmeister Mario Läbe „heizt“ aber nicht nur nachhaltig seinen Kunden ein. Auch die IBL wird so geführt, das 28-köpfige Team geschult, Nachwuchs ausgebildet und selbst für den (Not-)Fall aller Fälle ist vorgesorgt: Seit 10 Jahren hat die Firma eine Prokuristin und ein zweiter Meister gehört auch zum Team.



Holzbau Hunold GmbH & Co. KG, Leinefelde-Worbis

Seit 20 Jahren plant und baut Hunold auch Häuser in höchster Wohn(t)raumqualität. Aus der Eichsfelder Firma, die über 100-jährige Holzbautradition fortsetzt, kamen bisher 300 energieeffiziente und wohngesunde Hausunikate, mit viel Liebe in Handwerksqualität gefertigt. Das Besondere beim Hausbau mit Hunold ist das Firmenmotto „Natürlich Bauen im Dialog“, das jederzeit im Mittelpunkt steht. Das 50-köpfige Team lebt diesen Slogan ebenfalls. So sind auch die Mitarbeiter Botschafter der regionalen Marke.

Seit Frühjahr 2017 erleben Interessierte und Besucher dies auf besondere Weise im neuen Hunoldhaus-Showroom „Sehen-Spüren-Erfahren“ am Firmensitz in Leinefelde. Haptisch, visuell und digital können sie sich über den hochwertigen, nachhaltigen Hausbau in einem einzigartigen Ambiente informieren.



Rüdiger Speck Schornsteinfegermeister, Bad Langensalza

Kaminkehrer – bei „Mary Poppins“ besungen, zum Evergreen „Der schwarze Mann auf dem Dach“ geworden. Sie sind Glücksbringer. Betreiben ja auch aktiv Brandschutz. Das Essenkehren gehört immer noch zum Job von Rüdiger Speck und seinen beiden Rußgesellen.

Aber der Schornsteinfegermeister aus Bad Langensalza wie all seine Berufskollegen steigen anderen nicht nur aufs Dach oder geben (Feuerstätten)Bescheid. Die modernen Dienstleister beraten auch energisch energetisch. Sind wandelnde Wissensspeicher zu allem, was neueste Feuerungstechnik betrifft. Das macht ihren Beruf offensichtlich attraktiv; auch für Umschüler, mit denen Speck beste Erfahrungen machte. So sorgt er sich daher nicht um den Bestand des Handwerks, schwärmt selbst: „Ich hab einen coolen Job!“



THOMAS  SYS  TECH  GmbH, Wahlhausen

Die THOMAS SYS TECH GmbH – global bekannt und anerkannt dank eigener innovativer Produkte. Die „Dichtmacher“ für all jene, die mit wassergefährdenden, leicht- und hochentzündlichen Stoffen arbeiten oder Löschwasserrückhaltung und Hochwasserschutz bedürfen.

Fachkenntnisse und -kompetenz des hochspezialisierten, jungen Teams beurkunden viele Patente und alle führenden Prüforganisationen wie TÜV, VdS oder die US-amerikanische FM Global. Perfekt ergänzt dies der ausgeklügelte, agile Kundenservice des 40-köpfigen Teams: Beratung, Aufmaß, Konstruktion, Herstellung, Installation, Wartung und Reparatur kommen hier aus einer Hand. Alle Produkte und der Service  entsprechen DIN EN ISO 9001. Daher ist die 1993 gegründete Firma aus Wahlhausen im Werratal für 3.000 Kunden der Welt aus allen Branchen die erste Wahl und zuverlässiger Partner.   



Martin Zeis Bäckerei, Gotha

„Ich lege auch privat großen Wert auf Nachhaltigkeit. Ich kaufe regionale Produkte – auch privat. Verbinde meine Wege und gehe selbstverständlich sparsam mit allen Ressourcen um“, sagt Martin Zeis. Mit gerade einmal 26 Jahren leitet der Bäckermeister drei Filialen in Gotha und trägt die Verantwortung für 18 Mitarbeiter. Bereits in dritter Generation führte er das Erbe vom Großvater und Vater fort.

Und ein Blick in die Backstube verrät: Tradition und Nachhaltigkeit passen gut, heißen hier langmögliche Nutzung alter, funktionstüchtiger Geräte in Verbindung mit sinnvollen und ressourcenschonenden Investitionen. Über 80 Jahre ist die Teigmaschine alt und die Umstellung auf LED, Nutzung von Abwärme und Photovoltaik zeugen vom Ankommen im 21. Jahrhundert.



ELBS Eichsfelder Leckortung-und Bautrocknungsservice, Hundshagen

Die Firma ELBS wurde von Dipl.-Ing. (FH) Rocco Funke als Einzelunternehmen gegründet und hat sich seit 2008 auf Leckageortung spezialisiert. Rocco Funke eignete sich das Wissen und die Technik an und war fortan in der Lage, auf diesem Gebiet selbst einen umfassenden Service anzubieten. Ein Service, “für den es keine ausgebildeten Leute gibt“ so Funke. Jede Technik ist nur so gut, wie ihr Anwender. Daher achtet ELBS darauf, dass alle Mitarbeiter den hohen Standards gerecht werden.

Entsprechend sorgfältig werden die Mitarbeiter ausgewählt und durchlaufen regelmäßige interne und externe Schulungen. Individuelle Arbeitszeiten und Freistellungen, falls das aus familiären Gründen nötig ist, sind bei ELBS selbstverständlich. Das gute Klima im Team zeigt sich auch in gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Durch die langjährige Erfahrung, den Einsatz modernster elektronischer Suchgeräte sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der fachspezifischen Messmethoden ist ELBS in der Lage, Leckagen schnell und effizient zu orten. „Wir wollen begeisterte Kunden, die gerne mit uns zusammenarbeiten.“



Bäcker Hartmut Priemer, Erfurt

Hartmut Priemers Zauberformel heißt: Lust und Liebe zum Job + Mehl, Wasser und Salz = feinste Backware. Die macht Kunden glücklich. Das ist auch das Team – dank zwei Ruhetagen und familienfreundlichen Arbeitszeiten. So wird ab 6 Uhr produziert – eine wehende Fahne in Erfurts Kreuzgasse 2, am westlichen Ende der Krämerbrücke, kündet vom ofenfrischen Backwerk.

Auf 10 m² sieht man, wie der Seiteneinsteiger und sein internationales Team sechs Brot- und zehn Brötchensorten herstellen. Ohne Zusatzstoffe, mit Mehl der Zitzmann-Mühle in Ingersleben. Die mahlt mit Wasserkraft Korn von Ökohöfen der Region. Die Nachfrage bestimmt, was gebacken wird. Bleiben Teigreste, werden halt kleine(re) Brötchen gebacken. Strom brauchen nur Steinbackofen und jener Automat, der Kaffee macht, der ausschließlich in Tassen serviert wird. So wird Traditionelles innovativ.

 

Suite 406, Erfurt

Isabell Jung und Manuel Müller haben ihren Friseursalon „Suite 406“ in Erfurt zum Aushängeschild ihres Einsatzes für Nachhaltigkeit gemacht.

Dabei lebt das Team das Friseurhandwerk ökologisch: Die Technik spart z. B. durch LED-Leuchten den ausschließlich genutzten Ökostrom, senkt den Wasserverbrauch. Die Reinigungsmittel sind ökozertifiziert und vegan. Man kauft regional, plastik- und verpackungsfrei, nutzt Handtücher und Berufsbekleidung aus Biobaumwolle, kommuniziert digital, hat eine beleglose Buchhaltung. Die Webseite ist zertifiziert klimaneutral – alles, um den Co2-Fußabdruck gering zu halten. So wie der Salon haben auch Hausbank, Lieferanten und Dienstleister Öko-Siegel oder Zertifikate wie EMAS, ISO 14001, Oköprofit, NAT.