Klimaschutz kann im Handwerk für Umsatzzuwächse sorgen - Studie

Wesentliche Inhalte:

In einer Studie hat das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh) an der Universität Göttingen den Beitrag des Handwerks auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand untersucht. Darin geht das ifh insbesondere auf die wirtschaftspolitischen Auswirkungen der deutschen Klimaschutzpolitik auf die Handwerksbetriebe ein.

Für Immobilienbesitzer, deren Häuser einen Sanierungsbedarf haben und für Handwerksbetriebe mit entsprechendem Leistungsangebot sind der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Realisierung von Energieeinsparungen sowie die Verbesserung der Energieeffizienz von großer Bedeutung.

Das ifh hat dabei für die nächsten 15 Jahre die möglichen Umsatzpotenziale für das Handwerk in der energetischen Gebäudesanierung ermittelte sowie deren Hemmnisfaktoren und auch mögliche Lösungsansätze aufgezeigt. Dabei wurden explizit die 18 Gewerke vor allem des Bau- und Ausbauhandwerks betrachtet, die an der Umsetzung der Klimaschutzziele beteiligt sind. Hauptsächlichen wurden die Renovierungsmaßnahmen wie der Austausch von Fenstern, das Dämmen von Außenwänden und Kellerdecken sowie die Sanierung der Heizungsanlagen beschreiben.
Die Unternehmen können im Betrachtungszeitraum vorsichtig geschätzt aus der energetischen Sanierung ein Umsatzvolumen zwischen 200 und 328 Mrd. Euro erwarten. Die große Differenz von 128 Mrd. € wird damit erklärt, dass möglicherweise ein Teil der Renovierungsarbeiten nicht ausgeführt wird. Wenn z.B. aus den Maßnahmen kein höherer Mietertrag generiert werden kann oder durch staatliche Fördermittel nicht ausreichende Sanierungsanreize gegeben sind. Als ein weiteres Hemmnis ist in der Studie auch der zunehmenden Fachkräftemangel im Handwerk als Problem benannt.

Die ifh-Wissenschaftler geben daher zu bedenken, gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen mit hohem CO2-Einspareffekt in der Förderung zu bevorzugen. Als weiteres Fazit empfiehlt die Studie, mit einer langfristigen Förderstrategie die Sanierungsgeschwindigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Unsicherheiten der Immobilienbesitzer bezüglich ihrer Sanierungsinvestitionen zu reduzieren.

Quelle: Uni Göttingen

Hoffmann_Tino_005_web HWK EF

Tino Hoffmann

Beauftragte/r für Innovation und Technologie

Fischmarkt 13
99084 Erfurt
Tel. 0361 / 67 07 - 6281
Fax 0361 / 67 07 - 9368
thoffmann--at--hwk-erfurt.de