Bekanntmachung des Thüringer Landesamt für Statistik

Weniger Insolvenzverfahren im ersten Quartal 2016 in Thüringen

Die Thüringer Amtsgerichte entschieden im ersten Vierteljahr 2016 über 675 Insolvenzverfahren. Davon entfielen 11,6 Prozent auf Unternehmen und 88,4 Prozent auf übrige Schuldner (natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä., ehemals selbstständig Tätige, private Verbraucher und Nachlässe). Nach Mitteilung des Thüringer Landesamt für Statistik verringerte sich die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 47 Anträge bzw. 6,5 Prozent.

613 Verfahren bzw. 90,8 Prozent aller Insolvenzanträge wurden eröffent. 53 Verfahren bzw. 7,9 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen und neun Verfahren bzw. 1,3 Prozent endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläuberforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 70 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 104 Tausend Euro aus. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ging in den ersten drei Monaten 2016 gegenüber 2015 um 26 Verfahren bzw. 25,0 Prozent auf 78 Unternehmen zurück. Diese insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 232 Arbeitnehmer.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsoolvenzen lag mit 20 Verfahren im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, gefolgt vom Baugewerbe mit 16 Verfahren und dem Verarbitenden Gewerbe 15 Verfahren. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stieg die Anzahl der Insolvenzen im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um elf Verfahren. Im Baugewerbe ging ihre Anzahl um sechs Verfahren zurück un dim Verarbeitenden Gewerbe blieb sie auf Vorjahresniveau. Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (40 Anträge) sowie Einzelunternehmen (28 Anträge) Insolvenz anmelden. Bei den übrigen Schuldnern wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres 597 Verfahren gezählt, 21 Verfahren bzw. 3,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Von 441 privaten Verbrauchern wurde von Januar bis März 2016 das Insolvenzrecht in Anspruch genommen. Das waren zwölf Verfahren bzw. 2,8 Prozent mehr als in den ersten drei Moanten 2015. Weitere 145 Verfahren (Januar bis März 2015: 173 Verfahren) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.

Nähere Auskünfte erteilt:
Sigrid Nußpickel | Tel. 0361 3784535 | E-Mail: sigrid.nusspickel@statistik.thueringen.de